Im LiteraturReich

Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben, über die Sterne.

Jean Paul

vorschau

Ein Blick in die Verlagsvorschauen fürs Frühjahr 2017

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Jüngste Begegnungen

Helen Garner - Drei Söhne.

Helen Garner hat mit „Drei Söhne“ eine bemerkenswerte True-Crime-Story geschaffen: minutiöse Gerichtsreportage und poetisch persönliche Betrachtung zugleich, über einen unglaublichen Fall, der 2005 Australien in Atem hielt. Hat Robert Farquharson tatsächlich seine drei kleinen Söhne vorsätzlich in einem Baggersee ertrinken lassen oder war es doch ein Unfall?

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Tolle Umsetzung von Shakespeares „Der Sturm“. Felix Phillips leitet ein Theaterprojekt in einer Justizvollzugsanstalt und verfolgt mit seiner Aufführung ganz eigene Rachepläne. Furios!

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Florian Huber - Hinter den Türen lauern die Gespenster.

Eine leider insgesamt enttäuschende Darstellung eines spannenden Themas: Welche Auswirkungen hatten die Nachkriegsjahre auf die deutsche Familie. Kommt leider über das Niveau einschlägiger TV-Formate nicht hinaus.

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Natascha Wodin - Sie kam aus Mariupol.

Ein Roman, der den Preis der Leipziger Buchmesse vollkommen zurecht gewonnen hat: Die erschütternde Suche nach der schon früh freiwillig aus dem Leben geschiedenen Mutter, nach den bisher unbekannten Wurzeln im ukrainischen Mariupol, nach den großen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts.

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Eine hochaktuelle Geschichte über Terrorangst, Überwachung, Bespitzelung, Verdrängung der Vergangenheit und das Erinnern, verpackt in die Geschichte eines Geschichtsprofessors in New York, der sich plötzlich im Fadenkreuz des Geheimdiesnstes sieht.

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Kent Haruf - Unsere Seelen bei Nacht.

Ein kleines, schnell gelesenes Buch über zwei ältere Menschen, die genug von der Einsamkeit haben und eine unkonventionelle Form des Zusammenseins versuchen – nicht ohne Widerstände ihrer Umgebung. Gut zu lesen, mir aber dann doch in der Sprache und auch dem Erzählten ein wenig zu simpel.

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Hisham Matar - Die Rückkehr

.Hisham Matars Vater wurde 1990 vom libyschen Geheimdienst aus seinem ägyptischen Exil entführt und verschwand spurlos in den Kerkern Gaddafis. Seit 1996 keine Meldung mehr von ihm, aber auch keine Todesnachricht. Wie sehr eine solche Ungewissheit eine Familie und einen Menschen zerreißen kann, schildert Matar sehr eindringlich und berührend. Preisträger des Pulitzer-Preis in der Kategorie „Biography or Autobiography“ 2017!

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Anna Kim - Die große Heimkehr.

Eine Dreiecksgeschichte im Korea und Japan der 50er und 60er Jahre: Ein Land wird zerrissen, gnadenlos ausgebeutet und Opfer von Propaganda und Denunziation. Viele interessante Fakten über die koreanische Geschichte verpackt Anna Kim in eine Liebes-, Spionage- und Kriminalgeschichte.

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Ein kleines, zartes und poetisches Buch über Heimat und Identität: Die junge Vi, als Kind mit der Mutter von Vietnam nach Kanada geflohen, hat sie noch nicht gefunden. Zurück in Hanoi trifft sie den faszinierenden Vincent. Leider bleibt Kim Thúy in ihrem neuen Buch seltsam vage.

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In den Blitzlichtern werden die Bücher kurz vorgestellt. Wer neugierig geworden ist, kann in den Rezensionen die komplette Besprechung lesen. Viel Freude dabei!

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Bücher müssen mit ebenso viel Überlegung und Zurückhaltung gelesen werden, wie sie geschrieben wurden

Henry David Thoreau

2 Kommentare zu „Im LiteraturReich“

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