Volker Kutscher – Moabit

Volker Kutschers Romane aus dem Berlin der Zwanziger und Dreißiger Jahre rund um den Kriminalkommissar Gereon Rath und Charly Ritter sind mittlerweile fast ein wenig Kult. Seit diesem Frühjahr gibt es zusätzlich zu den mittlerweile erschienenen sechs Bänden eine von Arne Jysch illustrierte Graphic Novel von „Der nasse Fisch“ und die gerade angelaufene Fernsehserie „Babylon Berlin“, die auf den Büchern beruht, zeichnet als die bislang teuerste Fernsehproduktion und erlangte gewaltige Medienaufmerksamkeit obwohl sie bislang nur auf dem Bezahlsender Sky läuft. „Volker Kutscher – Moabit“ weiterlesen

Lektüre Oktober 2017

Oktober ist wie immer der Buchmessenmonat. Paradoxerweise immer ein Monat, in dem besonders wenig gelesen wird. Vorbereitungen, vorzuholende Arbeit, Planungen und die vielen Veranstaltungen sind meist ein Grund für viel zu wenig Lesezeit. Aber da sich der Monat ja um Bücher und Autoren dreht, ist das zu verschmerzen. „Lektüre Oktober 2017“ weiterlesen

Mohsin Hamid – Exit West

Laut UN sind weltweit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Sei es vor Kriegen, Terror, politischen Verfolgungen, sexuellen Diskriminierungen, aus purer Not oder Perspektivlosigkeit, diese Menschen zieht es in den Westen, manchmal trotz Vorbehalten gegenüber den dort herrschenden Werten und der Lebensweise dort, immer aber mit der großen Hoffnung, ein besseres, ein erfüllteres Leben zu finden. Auch wenn die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit nicht mehr so groß ist wie in den Jahren 2015/2016, als sich besonders viele Menschen aus dem Nahen Osten und dem nördlichen Afrika aufmachten, ihr Glück in Europa zu suchen, beherrscht das Thema die Nachrichten im Fernsehen und den Printmedien, bestimmt es Wahlkämpfe mit, entzweit es die Bevölkerungen der westlichen Staaten darüber, wie umzugehen ist mit diesem Phänomen, das nicht einfach verschwindet, das sich als eine feste Konstante des globalisierten 21. Jahrhunderts festzusetzen scheint. „Mohsin Hamid – Exit West“ weiterlesen

Madeleine Thien – Sag nicht wir hätten gar nichts

„Die Internationale“, jenes „Kampflied der sozialistischen Arbeiterbewegung“, das die Einheit der Arbeiter über alle Ländergrenzen hinweg beschwört, existiert selbst in unzähligen nationalen Textfassungen, die voneinander jeweils nicht unerheblich abweichen können. Ursprünglich stammt der Text von Eugène Pottier, der ihn 1871 nach dem Fall der Pariser Kommune verfasste. In der bekanntesten deutschen Version von 1910 heißt es, neben der allseits bekannten Zeile „Völker hört die Signale, Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht“, am Ende der ersten Strophe: „Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger/Alles zu werden, strömt zuhauf!“ (im Original: „Nous ne sommes rien, soyons tous“). „Madeleine Thien – Sag nicht wir hätten gar nichts“ weiterlesen

Lektüre September 2017

Der Kopf war so voll mit Buchmessenvor- und -nachbereitungen, Lesungen, Neuerscheinungsflut und nicht zuletzt Alltag, dass diese Mal tatsächlich der Lektürerückblick für den September vergessen ging. So viele wunderbare Bücher waren dabei, dass ich das aber unbedingt nachholen möchte bevor schon wieder der Oktober dran ist. „Lektüre September 2017“ weiterlesen

Verena Boos – Kirchberg

Es ist eine Heimkehr.

Johanna kehrt nach Jahren, die sie in Berlin, New York und Italien gelebt hat, zurück in die kleine Gemeinde im Schwarzwald, in der sie bei ihren Großeltern aufgewachsen ist. Das alte Schulhaus steht nach dem Tod der Großeltern schon ein paar Jahre leer, aber es atmet noch Vertrautes. Auch die Nachbarn und der Jugendfreund Patrizio sind bald zur Stelle. Für Hanna ist es eine Reise in ihre Kindheit und Jugendzeit, in glückliche Jahre, aber auch zurück zu schmerzvollen Erinnerungen. Erinnerungen daran, dass ihre Mutter sie nicht hat haben wollen. Daran, dass die Großeltern sie nur knapp vor einer Adoption bewahrt haben. Daran, dass die Mutter sich auch später, auch heute, kaum um sie kümmert. Selbst heute nicht.

Es ist auch eine Flucht. „Verena Boos – Kirchberg“ weiterlesen

Madeleine Prahs – Die Letzten

Sie sind die Letzten in der Hebelstraße 13. Alle anderen haben sich locken lassen von den Angeboten des auf Mietsteigerung durch Kernsanierung spekulierenden Vermieters Thomas Grube. Oder sie haben resigniert, waren den Drohungen und Schikanen nicht länger gewachsen und sind dann doch ausgezogen. Nur drei der einst fünfzehn Parteien sind dem zunehmenden Druck noch nicht gewichen, den Bauarbeiten im Treppenhaus, der unterbrochenen Wasserversorgung, der drohenden Räumungsklage. „Madeleine Prahs – Die Letzten“ weiterlesen

Fünf Tage Buchmesse Frankfurt 2017 – Mein Messebericht

Die diesjährige, nunmehr 69. Frankfurter Buchmesse ist vorgestern zu Ende gegangen. Sie schloss wieder mit einem leichten Plus bei den Besucherzahlen von 286.425. Über 7000 Aussteller aus 102 Ländern präsentierten ihre Bücher, über 4000 Veranstaltungen fanden statt, davon viele im Rahmen des Openbookprogramms auch außerhalb der Messe an verschiedenen Orten in der Stadt, ganz neu war das Bookfest, zahlreiche Parties  und – das ist mir noch in keinem Jahr derart aufgefallen – reges Leben in der City, das in der ein oder anderen Weise mit der Messe zu tun hatte. „Fünf Tage Buchmesse Frankfurt 2017 – Mein Messebericht“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 3 und 4 – Ein Rückblick in Bildern

Die Buchmesse in Frankfurt ist nun zu Ende. Fünf ereignisreiche, spannende, schöne, aber auch anstrengende Tage und nun bin ich wirklich sehr müde. Der Freitag war so voll mit Programm, dass abends keine Energie mehr für einen Überblick blieb, der Samstag klang privat erst sehr spät aus – Frankfurt ist schließlich nicht nur Buchmesse, sondern auch alte Heimat und meine Universitätsstadt. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 3 und 4 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 2 – Ein Rückblick in Bildern

Ein langer Buchmessentag geht zu Ende. Nachdem ich gestern neben einigen Termin vor allem durch die Hallen getrieben bin, gab es heute hochkarätige Veranstaltungen. Ein wunderbarer Tag mit wunderbaren Autoren. Jetzt freue ich mich auf morgen, wo ich endlich auch mal ein paar Bloggertermine habe und vielleicht den ein oder anderen „Kollegen“ treffen werde. Aber nun erst einmal mein Rückblick in Bildern. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 2 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen