Lektüre November 2018

Der November war ein eher durchwachsener Monat. Nicht deswegen, weil zum Schluss nur vier Bücher gelesen wurden (zwei davon waren recht umfangreich), sondern weil mich nur zwei der Bücher wirklich überzeugen konnten. Außerdem musste ich mir diesen Monat die Lesezeit richtiggehend freischaufeln, das war auch manchmal mühsam. Der Dezember wird definitiv besser ;)

Daniel Kehlmann Tyll

 

Zumindest Tyll von Daniel Kehlmann hat mich völlig begeistern können und steht sicher am Ende des Jahres auf meiner persönlichen Jahresbestenliste. Intelligent, anregend, unterhaltsam und im besten Sinne belehrend erzählt der Autor aus dem Dreißigjährigen Krieg und versetzt den eigentlich im 14. Jahrhundert beheimateten Till Eulenspiegel in diese Zeit des Umbruchs, der Unsicherheit, des großen Mordens. Grandios!

 

 

 

 

Auch Richard Russos Roman „Ein Mann der Tat“ aus der amerikanischen Provinz hat mich sehr gut unterhalten. Bekanntermaßen habe ich ein Faible für diese Art der nordamerikanischen Literatur. Russo ist vielleicht ein klein wenig mehr Hollywood als seine Kollegen Ford oder O´Nan, hat aber immer noch genug Tiefgang, um wirklich zu berühren und nachzuklingen.

 

Joachim Meyerhoff - Die Zweisamkeit der Einzelgänger

 

Enttäuscht hat mich leider ein Roman, der für mich einer der Jahreshöhepunkte werden sollte. Joachim Meyerhoffs Projekt „Alle Toten fliegen hoch“ liebe ich vom ersten Band der Reihe „Amerika“ an sehr. Witzig, traurig, anrührend, wunderbar die drei ersten Bücher. Wenn Meyerhoff natürlich auch in „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ ein großartiger Erzähler ist, konnten mich seine Liebes- und Schauspielverwicklungen in Bielefeld und Dortmund nicht begeistern (was definitiv nicht an den Orten lag). Schade!

 

Ließ sich der Meyerhoff zumindest noch gut lesen, habe ich mich durch Julia Webers Debüt „Immer ist alles schön“ regelrecht durchgequält. Ohne meine Juryverpflichtung beim Bloggerpreis „Das Debüt“ hätte ich das Buch schon bald abgebrochen. Für mich unglaubwürdige Charaktere und Sprache und Ton, die mir so gar nicht lagen, da konnte die Geschichte um zwei vernachlässigte, von der überforderten Mutter allein gelassene Kinder kaum berühren. Für mich definitiv das schwächste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe, und ich frage mich, wie es den Sprung nicht nur auf diese Shortlist, sondern auch auf die des Schweizer Literaturpreises geschafft hat, zudem den Franz-Tummler-Preis gewinnen konnte und jede Menge guter Kritiken bekam. Es scheint eine persönliche Sache zwischen mir und dem Buch zu sein. (Ist nicht das erste Mal/ das erste Buch). Für mich leider definitiv verlorene Zeit.

Ich freue mich nun auf entspannte Adventstage mit viel Lesezeit. Einige wunderbare Bücher warten noch auf mich, außerdem noch drei Debüts für den Bloggerpreis.

Euch allen wünsche ich eine schöne Adventzeit!

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