Es ist wieder soweit: Bloggerpreis „Das Debüt“ – Die Shortlist

Zum zweiten Mal darf ich Mitglied der Jury zu diesem Debütpreis sein. Das freut mich sehr! Doch was ist der Debütpreis? Hier die Ausschreibung:

„Das Literaturblog „Das Debüt“ ( Anm.: Bozena Anna Badura, Sarah Jäger und Janine Hasse) lobte 2016 zum ersten Mal den Bloggerpreis für das beste deutschsprachige Romandebüt des Jahres aus. In diesem Jahr geht es weiter! Eingereicht werden können Debütromane, die erstmals im Jahr 2018 veröffentlicht werden. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2018. Die Auszeichnung und der Preis von 600 Euro werden dem Preisträger/der Preisträgerin voraussichtlich im Frühjahr 2019 während einer Veranstaltung in Essen verliehen.

Ein Debütroman kann nur über den Verlag mit Einverständnis des Autors/der Autorin eingereicht werden. Vorschläge und Empfehlungen von Bloggern für „Das Debüt 2018“ sind erwünscht. Die empfohlenen Romane werden von den Organisatoren berücksichtigt und bei den Verlagen angefragt. Zugelassen sind sowohl Print- als auch reine Digitalverlage. Selbstverlage sind von der Einreichung ausgeschlossen. Das Werk muss in deutscher Sprache verfasst sein, Übersetzungen werden nicht berücksichtigt. Der Roman muss in dreifacher Ausfertigung als Printmedium (Druckfahnen, Buch etc.) zur Verfügung gestellt werden.

„Das Debüt“ erstellt aus den Einreichungen eine Shortlist. Über den Gewinner entscheiden dann ausschließlich Literaturblogger.“

Die Jury besteht aus 14 Literaturbloggern, die meisten davon Wiederholungstäter. Auch dieses Mal werden wir uns durch die Shortlist lesen, diskutieren, im positivsten und friedlichsten Sinne streiten und hoffentlich wieder viel Freude haben. Wir werden unsere Leseerfahrungen und natürlich auch unsere Zwischen- und Endurteile auf unseren Blogs und anderen Kanälen mit euch teilen.

Da ich im letzten Jahr mit meiner persönlichen Shortlist genau 0 Übereinstimmungen mit der tatsächlichen Liste hatte und meine Zeit generell dieses Jahr knapper ist, habe ich nur relativ locker über die eingereichten Titel drübergeschaut, aber schon einige sehr interessante Bücher entdeckt gehabt. Und dieses Jahr ist die Liste tatsächlich eher nach meinem Geschmack, Janine nannte es „gefälliger“ ;)

Das Buch von Bettina Wilpert, die ja auch den Aspekte Literaturpreis, den bekannteren (und mit 10.000 Euro geringfügig höher dotierten) Bruder unseres Preises erhalten hat, stand definitiv auf meiner Leseliste und sein Fehlen hier hätte mich doch sehr gewundert. Bei einigen anderen Titeln hätte ich vielleicht vermutet, sie hier zu finden, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Auswahl und sehr gespannt auf fünf tolle, neue Leseerfahrungen. Anders als andere Jurymitglieder habe ich nämlich noch keinen der Titel bisher gelesen.

Und hier ist sie nun, die Shortlist:

 

David Fuchs Bevor wir verschwindenDavid Fuchs – Bevor wir verschwinden 

Eine zärtliche Liebe unter ungewöhnlichen Umständen
Als angehender Arzt absolviert Benjamin ein Praktikum auf der Krebsstation. Dass er dort ausgerechnet auf seine Jugendliebe Ambros trifft, hätte er sich nicht träumen lassen. Ambros wird als Patient behandelt, sein Körper ist voller Metastasen. Inmitten des Krankenhausalltags nähern sich die beiden behutsam wieder aneinander an. Zwischen resoluten Krankenschwestern und röchelnden Zimmernachbarn, jovialen Oberärzten und unbelehrbaren Notfallskandidaten ist ihnen bewusst, dass es die Augenblicke sind, die ihnen bleiben …

Haymon, 216 Seiten

 

Marie Gamillscheg Alles was glänztMarie Gamillscheg – Alles was glänzt

Marie Gamillscheg nimmt den Leser mit in eine allmählich verschwindende Welt. Vielstimmig und untergründig erzählt ihr Debüt von einer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines großen Bergs und vom Glanz des Untergangs wie des Neubeginns.

Tief in den Stollen des alten Bergwerks tut sich was – und alle im Dorf können es spüren. Die Wirtin Susa zum Beispiel, wenn sie im „Espresso“ nachts die Pumpen von den Ketchup-Eimern schraubt. Oder der alte Wenisch, ihr letzter Stammgast. Sogar der Bürgermeister, wenn er nicht gerade auf Kur ist. Zuallererst aber hat es der schweigsame Martin gespürt, bis er dann eines Morgens die Kontrolle über sein Auto verlor. Es ist, als würde der Berg zittern, als könne er jeden Augenblick in sich zusammenbrechen. Für die junge Teresa und den Neuankömmling Merih ist die Sache klar: Sie will sich endlich absetzen aus dem maroden Ort, er hingegen sucht einen Neuanfang – ausgerechnet hier.

Luchterhand, 224 Seiten

Leseprobe

 

Christian Y. Schmidt Der letzte HuelsenbeckChristian Y. Schmidt – Der letzte Huelsenbeck 

Nach Jahren in Ostasien ist der Journalist und Hobbyornithologe Daniel S. zurück in Deutschland. Eigentlich will er hier nur noch seine Ruhe. Doch bereits das Begräbnis seines Jugendfreundes Viktor endet in einer wüsten Schlägerei. Danach läuft Daniels Leben völlig aus dem Ruder. Eine Frau aus der Vergangenheit taucht auf, an die er sich beim besten Willen nicht erinnert, Menschen werden ausgetauscht oder verschwinden, und überall sieht er versteckte Zeichen, die ihm verraten, dass er am 19. Oktober sterben wird. Kann Daniel diese Rätsel mit Hilfe der «Methode Cooper» lösen, wie es sein Psychiater, ein fanatischer David-Lynch-Fan, empfiehlt? Oder soll er auf seinen Berliner Dealer hören und mehr «ehrliche Siebziger-Jahre-Drogen» nehmen? Hilft googeln? Und was hat der ganze Irrsinn mit der Amerikafahrt zu tun, die Daniel 1978 mit seinen Jugendfreunden, den neodadaistischen «Huelsenbecks», unternahm?
In seinem Romandebüt schickt Christian Y. Schmidt seinen Helden auf eine mysteriöse Reise zwischen Berlin und Mexiko, die ihn über verschlungene Pfade zur Wahrheit führt. Originell, kraftvoll und mit zuweilen düsterem Witz erzählt er von der Jugend in den angeblich so wilden Siebzigern, vom Scheitern großer Pläne und dem, was dabei herauskommt, wenn man sich selbst betrügt.

Rowohlt Berlin, 400 Seiten

Leseprobe

 

Verena Stauffer - OrchisVerena Stauffer – Orchis 

Anselm ist Botaniker und leidenschaftlicher Orchideenforscher. Mitte des 19. Jahrhunderts begibt er sich auf eine Expedition nach Madagaskar. Dort findet er nicht nur die schönste Orchidee der Welt, sondern Erfüllung, die aber nur von kurzer Dauer ist. Auf dem Schiff zurück in die Heimat verrückt sich etwas in Anselm: Aus seiner Schulter wächst eine Orchidee. Zu Hause angekommen, bringen ihn seine Eltern in eine Nervenheilanstalt, wo er sich bald wieder erholt. Seiner wissenschaftlichen Laufbahn scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Doch die Zeit arbeitet gegen ihn: Die politischen Umbrüche verändern sein Umfeld. Die wissenschaftlichen Neuerungen durch Darwin stellen seine Theorien auf den Kopf. Und die überstürzte Reise nach China bringt Ungeahntes zutage.

Verena Stauffer beweist in ihrem Debütroman ein besonderes Gespür für die Wahrnehmungen und Empfindungen ihrer Figuren. Sie lässt uns teilhaben an einer höchst sinnlichen Reise in den fernen Osten und führt uns noch weiter – in die Abgründe und das Innerste der menschlichen Psyche.

Kremayr & Scheriau, 256 Seiten

Leseprobe

 

bettina wilpert - nichts was uns passiertBettina Wilpert – Nichts, was uns passiert

Leipzig. Sommer. Universität, Fußball-WM und Volksküche. Gute Freunde. Eine Geburtstagsfeier. Anna sagt, sie wurde vergewaltigt. Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Aussage steht gegen Aussage. Nach zwei Monaten nah an der Verzweiflung zeigt Anna Jonas schließlich an, doch im Freundeskreis hängt bald das Wort „Falschbeschuldigung“ in der Luft. Jonas’ und Annas Glaubwürdigkeit und ihre Freundschaften werden aufs Spiel gesetzt.
Der Roman »nichts, was uns passiert« thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, Täter und das Umfeld hat und wie eine Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht.

Verbrecher Verlag, 168 Seiten

Leseprobe

Die Begründungen zur Nominierung für die Shortlist könnt ihr hier nachlesen.

5 Kommentare zu „Es ist wieder soweit: Bloggerpreis „Das Debüt“ – Die Shortlist

    1. Ich werde mit Wilpert beginnen. Das Buch steht schon lange auf meiner Liste und von ihm verspreche ich mir persönlich am meisten. Dann habe ich hier noch Orchis liegen und Alles was glänzt. Ich kann aber aufgrund von anderen Verpflichtungen erst Mitte Dezember beginnen und mich dann leider auch erst in eure Diskussionen einbringen. Bin aber schon sehr gespannt. Letztes Jahr war ich mit den Titeln ja nicht so glücklich, ich glaube, das sieht diese Jahr anders aus. Viele Grüße!

  1. Das habe ich noch nicht gelesen, ansonsten hätte ich jetzt schon drei Favoriten und da würde ich „Orchis“https://literaturgefluester.wordpress.com/2018/04/08/orchis/, was ich im Frühjahr gelesen habe, einmal auslassen, meine Überraschung war in der Vorwoche die Marie Gamilschegg https://literaturgefluester.wordpress.com/2018/11/23/alles-was-glaenzt/, die ich ja schon vorher auf zwei drei Lesungen gehört habe und die auch den öst Debutpreishttps://literaturgefluester.wordpress.com/2018/11/05/dritte-oesterreichische-buchpreisverleihung/ gewonnen hat.
    Nach dem Lesen habe ich das verstanden, jetzt bin ich gespannt, wie das bei der Bettina Wilpert wird, beide waren ja auch für den „Aspekte-Literaturpreis“ nominiert und beide habe ja schon Debutpreise gewonnen, jetzt lese ich den „Letzten Huelsenbeck“ und finde es, wenn auch ganz anders, als die zwei poetischen, denn das der Bettina Wilpert, ist das wahrscheinlich auch, sehr toll, vor allem weil ich die Siebzigerjahre, wo ich studiert habe, auch erlebt habe und das Buch des David Fuchs https://literaturgefluester.wordpress.com/2018/11/07/bevor-wir-verschwinden/, die Erlebnisse eines jungen Arztes oder Praktikanten auf einer Onkologiestation sind auch nicht zu verachten.
    Eine tolle Auswahl und lauter gute Bücher und nachher werde ich wahrscheinlich würfeln oder kann bis jetzt nur hoffen, daß mir das Buch der Bettina Wilpert nicht gefällt, liebe Grüße aus Wien!

    1. Liebe Eva, du warst ja schon sehr fleißig. Ich hinke dieses Jahr zeitlich etwas hinterher und freue mich noch auf alle fünf Bücher. Ich habe auch den Eindruck, dass es dieses Jahr für mich besser passt. Und wenn du sagst, alles gute Bücher, freut mich das umso mehr. Viele liebe Grüße nach Wien! Petra

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