Fünf Tage Buchmesse Frankfurt 2017 – Mein Messebericht

Die diesjährige, nunmehr 69. Frankfurter Buchmesse ist vorgestern zu Ende gegangen. Sie schloss wieder mit einem leichten Plus bei den Besucherzahlen von 286.425. Über 7000 Aussteller aus 102 Ländern präsentierten ihre Bücher, über 4000 Veranstaltungen fanden statt, davon viele im Rahmen des Openbookprogramms auch außerhalb der Messe an verschiedenen Orten in der Stadt, ganz neu war das Bookfest, zahlreiche Parties  und – das ist mir noch in keinem Jahr derart aufgefallen – reges Leben in der City, das in der ein oder anderen Weise mit der Messe zu tun hatte. „Fünf Tage Buchmesse Frankfurt 2017 – Mein Messebericht“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 3 und 4 – Ein Rückblick in Bildern

Die Buchmesse in Frankfurt ist nun zu Ende. Fünf ereignisreiche, spannende, schöne, aber auch anstrengende Tage und nun bin ich wirklich sehr müde. Der Freitag war so voll mit Programm, dass abends keine Energie mehr für einen Überblick blieb, der Samstag klang privat erst sehr spät aus – Frankfurt ist schließlich nicht nur Buchmesse, sondern auch alte Heimat und meine Universitätsstadt. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 3 und 4 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 2 – Ein Rückblick in Bildern

Ein langer Buchmessentag geht zu Ende. Nachdem ich gestern neben einigen Termin vor allem durch die Hallen getrieben bin, gab es heute hochkarätige Veranstaltungen. Ein wunderbarer Tag mit wunderbaren Autoren. Jetzt freue ich mich auf morgen, wo ich endlich auch mal ein paar Bloggertermine habe und vielleicht den ein oder anderen „Kollegen“ treffen werde. Aber nun erst einmal mein Rückblick in Bildern. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 2 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 1 – Ein Rückblick in Bildern

Ein Tag voller buchiger Eindrücke und Erlebnisse geht zu Ende. So voll, dass es für das Schreiben eines Beitrags nicht mehr reicht. Ich möchte aber meine Fotos gerne hier teilen, heute und an den anderen Messetagen. Der Bericht folgt dann nach der Messe. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 1 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen

Ein Abend mit Arundhati Roy

Literaturhaus Frankfurt, Deutschlandpremiere von „Das Ministerium des äußersten Glücks“ von Arundhati Roy, jenem Roman, auf den die literarische Welt zwanzig Jahre wartete. 1997 war ihr erster Roman „Der Gott der kleinen Dinge“ erschienen und gleich ein Riesenerfolg geworden. Internationale Publikationsrechte für 21 Länder wurden verkauft und der renommierte Booker Prize gewonnen. Zu Recht, die Geschichte um eine christliche Familie im südindischen Kerala, die zugleich Einblick in die Politik und Gesellschaft Indiens, in das Kastenwesen und die Rolle der Frauen eröffnete, ist einer der großen Romane des ausgehenden 20. Jahrunderts.

Arundhati Roy engagierte sich, bewusst auch ihre Bekanntheit nutzend, für gesellschaftliche und soziale Fragen. Als Friedens-, Umweltschutz- und globalisierungskritische Aktivistin veröffentlichte sie zahlreiche Essays. Gerade ihr Eintreten gegen den wachsenden Hindunationalismus in Indien brachten ihr auch erbitterte Gegner ein. Ernstzunehmende Drohungen waren die Folge.

So begann der Abend auch mit für eine Lesung eher ungewöhnlichen Taschenkontrollen und einem Aufgebot an Sicherheitskräften. Der Leiter des Frankfurter Literaturhauses Hauke Hückstädt nutzte seine Eröffnungsansprache dann auch zu einem Appell für Diversität und Zivilcourage.

Moderiert wurde der Abend sehr angenehm und sachkundig von dem Lektor Hans Jürgen Balmes. Er gab eine kurze Einführung zum Werk Arundhati Roys und betonte dabei auch ihre Rolle als Aktivistin und Bürgerrechtlerin, die sich auch in ihren Essays niederschlägt. Von „staunender Wahrnehmung“ war da die Rede.

Dann berichtete Roy von ihrem kleinen Schreibapartment, eher einem winzig kleinen Raum in Shahjahanabad, der ummauerten Altstadt Dehlis, wo auch der neue Roman beginnt. Es ist ein Raum, der ihr Sicherheit bietet, aber auch einen ganz besonderen Rhythmus, den sie zum Schreiben braucht. Hier steht sie auch nach Beendigung ihrer Werke immer noch mit den Figuren im Gespräch. Diese sind im Buch sehr zahlreich, ja, die ganze Stadt soll zeitweise als Person auftreten, vom Hintergrund in den Vordergrund treten und aus all den kleinen Scherben soll die Geschichte entstehen. Wie Arundhati Roy sagte, soll der Leser durch ihren Roman wie durch eine Stadt streifen, hier und da mit den Menschen eine Zigarette rauchen und mit ihnen ins Gespräch, in den Austausch kommen.

 

Immer wieder nach Anteilen von „Magischem Realismus“ in ihrem Werk gefragt, betont Roy, dass für sie darin wenig Magisches vorhanden ist. Die Lebenswirklichkeit in Indien mutet für viele Menschen in anderen Kulturkreisen vielleicht ein wenig magisch an, aber für die Menschen vor Ort ist sie Realismus, oftmals bedrückender Fakt. Indien erscheint vielen Beobachtern von außen wie der Inbegriff von Anarchie und „Buntheit“. Arundhati Roy betont aber, dass diese Anarchie und Unordnung nur auf den Straßen, bei der Müllbeseitigung etc. herrscht, dass die Gesellschaft selbst dagegen eisernen Regeln unterworfen ist. Das strenge Kastensystem ist ein brutales Beispielt dafür. Auch heute noch werden maximal 5% aller Ehen außerhalb der Kastengrenzen geschlossen.

Für Roy dient ein Roman dient aber nicht als Informationsvermittler, sondern ist immer Fiktion. Wenn er aber präzise gearbeitet ist, dann wird er universell. Durch einen fiktionalen Roman kann man oft die Atmosphäre eines Landes, einer Zeit und ihre Probleme viel besser fassen als durch nicht-fiktionale Texte. „Fiction is truth!“

Die Schauspielerin Anna Böger las anschließend eine Passage aus dem „Ministerium“, die den Zuhörern einen der Handlungsorte, den Friedhof, der zum Zuhause der Hauptfigur wie so vieler anderer wurde, vorstellte.

 

Hans Jürgen Balmes zeigte sich daraufhin erneut begeistert von der Musikalität der Sprache, auch in der deutschen Übersetzung von Anette Grube. Arundhati Roy sprach von der Besonderheit ihres Werkes, das im Original mit den verschiedenen indischen Sprachen, Urdu, Hindi, Kashmiri und auch der teilweise „versehrten Grammatik“ des gebrauchten Englisch spielt, den Personen auch dadurch unterschiedliche Charaktere verleiht und gerade dadurch viel von seiner Authentizität erhält. Das in eine homogene Sprache wie das Deutsche zu übersetzen ist schwierig. Anette Grube ist es anscheinend sehr gut gelungen. Insgesamt wird der Roman in 40 Sprachen übersetzt, u.a. auch in die indischen Sprachen, was Arundhati Roy vorkommt, als käme das Buch nach Hause. Sprache ist für die Autorin wie Musik, die sie beim Schreiben wie eine Tonspur nebenherlaufen hört. Das Buch als Teich, unter dessen ruhiger Oberfläche die Fische der unterschiedlichen Sprachen schwimmen. Deshalb sind Übersetzungen für sie so spannend und sie arbeitet auch eng mit den Übersetzern zusammen.

 

Nach einer zweiten Lesepassage kommt Hans Jürgen Balmes noch einmal auf den Sicherheitsaspekt zurück und fragt die exponierte Autorin nach ihrem Sicherheitsgefühl. Roy betont, dass sie ihre Popularität und Veranstaltungen wie Lesungen als eine Art militärische Taktik nutzt. Je mehr Bekanntheit und Solidarität ihr entgegengebracht wird, um so sicherer fühlt sie sich, um so höher ist die Schwelle, die für einen Angriff auf sie überschritten werden muss.

Diese Solidarität und Unterstützung zu gewähren, ist bei deiner derart sympathischen, humorvollen, unprätentiösen Autorin sicher für jeden Zuhörer und Leser selbstverständlich.

Nach den Plänen für einen weiteren Roman gefragt, betont sie, dass Fiktion das Gegenteil von Dringlichkeit ist, im Gegenteil zu den Essays Zeit braucht, sich zu entwickeln. Vielleicht kommt es dazu, vielleicht aber auch nicht.

Nach einem typischen Tag in ihrem Autorenleben gefragt, würde sie zunächst antworten, dass sie kein Bürokrat ist und es von daher keinen „typischen Tag“ gebe. Wenn, dann aber würde der Besucher in ihrer Wohnung wahrscheinlich auf Menschen treffen, die entspannt auf dem Boden lägen, zur Decke blicken und sich hin und wieder anstupsen würden: „Kannst du dir vorstellen? Alle anderen arbeiten jetzt?“ „Ich bin keine sehr ambitionierte Schriftstellerin“, meint Arundhati Roy noch.

Eine sehr sympathische schon.

Alle Fotos Eigene Werke.

Emeraldnotes war von ihrer Lesung in Tübingen genauso begeistert wie ich.

Ein Abend mit Anna Kim im Literaturhaus Frankfurt

Anna Kim hat mit „Die große Heimkehr“ ein großartiges Buch vorgelegt, das sich mit der Geschichte Koreas, mit Schwerpunkt auf die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1962, beschäftigt. Am Mittwoch 05.04.2017 war sie im Kabinett des Literaturhauses Frankfurt zu Gast.

Moderatorin des Abends war Sabrina Wagner, die zu Beginn kurz Kims Werdegang und die Vielseitigkeit ihrer bisher erschienenen Bücher skizzierte.

Nach dem Koreabild gefragt, mit dem Anna Kim aufgewachsen ist (die Österreicherin ist im Alter von zwei Jahren mit den Eltern zunächst nach Deutschland, dann nach Österreich emigriert), erzählt die Autorin, dass sie von klein auf fast nur mit westlicher Kultur umgeben war. Der Vater studierte westliche Malerei, die Mutter deutsche Literatur und Philosophie, so dass Anna sehr wenig Berührung mit Korea hatte, was sie auf die negativen Erfahrungen ihrer Eltern mit ihrem Heimatland zurückführt. Schon als kleines Kind musste die Mutter in den Wirren der Teilung und des Koreakrieges fliehen. Sie erzählte ihrer Tochter hin und wieder davon in märchenhaftem Ton, was diese aber als kleines Mädchen eher langweilte.

Auf das aktuelle Buch kommend, fragte Sabrina Wagner, wer die rätselhafte Protagonistin Eve Moon für Anna Kim sei. Für diese ist es besonders wichtig, dass Eve als ziemlich einzige der Figuren nicht nur auf die Geschehnisse reagiert, sondern versucht, zu agieren, sehr emanzipiert und selbstbewusst handelt. Auch personifiziert sie die Frage von Illusion und Wahrheit, die im Buch eine große Rolle spielt.

Anna Kim

Wichtig war für Anna Kim vor allem der geschichtliche Aspekt ihres Romans. Die Frage war, wie viel Geschichte und Politik steckt in einem Individuum und lässt sich das überhaupt trennen. Das ist natürlich eine Form der Geschichtsschreibung und der Autorin ging es in erster Linie auch um deren Dekonstruktion. „Geschichte gehört letztlich demjenigen, der sich Gehör verschafft.“ Auch der Hauptprotagonist Yuno, der den Roman als Lebensbeichte einer ihm Fremden, der jungen Deutschen mit koreanischen Wurzeln Hanna, erzählt, warnt: „Glauben sie mir nicht alles, was ich erzähle“. Nicht umsonst geht es im Roman wie in der koreanischen Geschichte zu einem Gutteil auch um Propaganda. Yuno fällt es leichter, seine Geschichte einer Person zu schildern, der „die Grammatik dieser Gesellschaft fremd ist.“

Zum Schluss fragt Sabrina Wagner nach Billie Holiday, die den Soundtrack des Romans liefert, immer wieder ertönen ihre melancholischen, träumerischen Lieder. Und ja, Anna Kim liebt Billie Holiday und sieht in ihnen, vor allem ihrer einfachen, poetischen Sprache, eine große Inspirationsquelle für ihren Roman.

Zwei Textpassagen liest die sympathische Autorin, dann ist dieser schöne Abend auch schon zu Ende. Für die Lektüre des Buches war er sehr erhellend.

Meine LBM – Leipziger Buchmesse 2017

Vom 23. bis 26.März 2017 war wieder Buchmesse in Leipzig. Drei Tage lang konnte ich in die Buchwelt eintauchen und viele interessante Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Gleich vorweg: Noch an keiner bisherigen Messe hatte ich so viel Pech mit den angekündigten Veranstaltungen auf dem Messegelände. Lesungen und Gespräche fielen aus, teils wegen Krankheit (da kann man nun wirklich nichts machen), teils aber auch ohne weitere Begründung (nur der Hinweis am Stand, zu dem man sich teils mühevoll durchgekämpft hat „Entfällt“), teils wurden die Termine entgegen der Ankündigungen im Programm vorverlegt. Ab Tag 2 bin ich dann nicht mehr so nach Planung vorgegangen, hatte nur wenige Veranstaltungen zu denen ich unbedingt wollte, und dann wurde es auch entspannter (obwohl auch am Sonntag eine meiner beiden angestrebten Lesungen zu einer anderen als der angekündigten Zeit stattfand). Insgesamt resultierten daraus wenige „echte“ Termine und mehr Zeit zum Bummeln.

Fazit fürs nächste Mal: weniger Veranstaltungen und die dann am selben Tag lieber nochmal checken!

Weiteres Messefazit: Ich brauche dringend eine bessere Kamera. Meine Fotos sind nur sehr bedingt vorzeigbar.

Nun aber zum Lob: Zum ersten Mal als Blogger auf der Messe war ich erstaunt über die Annehmlichkeiten. Das begann mit dem separaten Eingang, Parkplatz direkt davor, kostenlose Garderobe, einsame Toiletten (nicht zu unterschätzen) und dem Pressecafé. Da fühlt man sich richtiggehend wertgeschätzt.

Schlange am Signiertisch eines Bestsellerautoren? Nein , nur die vor der Damentoilette.

Die Buntheit, Offenheit, Großzügigkeit der Veranstaltungsflächen (gerade auch im Vergleich zur Frankfurter Messe) wurde auch schon verschiedentlich angesprochen. Zwar erscheinen mir die Termine auf letzterer immer ein wenig hochkarätiger und besonders an den Fachbesuchertagen auch deutlich entspannter, aber Leipzig ist einfach näher dran an den Lesern. An allen Ecken und Enden laden kleine Lesebühnen, Cafés und Diskussionen zum Verweilen ein. Nicht zuletzt ist auch die Möglichkeit zum Erwerb von Büchern an allen Messetagen ein Pluspunkt. Besonders auch für Kinder und Familien wird unglaublich viel geboten.

So, aber nun zum Programm selbst.

Dorit Rabinyan zugeschaltet aus Israel

Gleich mein erster Termin am Freitag fiel leider aus. Zwar war die DB mal wieder vorbildlich, und der ICE hielt sogar am Messegelände. So hatte ich es nicht ganz so knapp zum ersten Programmpunkt: Dorit Rabinyan, deren Roman „Wir sehen uns am Meer“ ich mit großem Interesse gelesen habe sollte am Israelstand lesen. Der ist nun in Halle 4, ganz hinten. Dorthin gehetzt, musste ich leider hören, dass die israelische Autorin krank und deshalb nicht in Leipzig ist. Toll, dass sie, wenn auch nur über den Minibildschirm eines Smartphones per Videokonferenz zugeschaltet war und Fragen zu ihrem Buch und besonders der kritischen Aufnahme desselben in Israel beantwortete.

Sehr enttäuschend auch, dass das Gespräch mit der diesjährigen Preisträgerin des Leipziger Buchpreises, Natascha Wodin, ausfiel, vielleicht weil sie am Vortag schon verschiedene Termine gehabt haben muss. Trotzdem schade, da ich ihr Buch als nächstes lesen und besprechen möchte.

Dieser ersten Tag stand unter keinem besonders guten organisatorischen Stern, deshalb habe ich ihn dann auch recht früh beendet.

Leider konnte ich dieses Jahr auch keine Abendveranstaltungen von „Leipzig liest“ besuchen.

Mein (etwas ungerechtes) Fazit am Ende des ersten Tages: Lieber lesen!

Tag 2 war dann wunderbar. Termine fast alle raus, konnte ich entspannt durch die Hallen bummeln. Alle verbliebenen Lesungen oder Gespräche fanden auch tatsächlich statt, zum Beispiel mit dem ausgesprochen sympathischen schwedischen Autor Tom Malmquist. Der Musiker hat vor einigen Jahren unter tragischsten Umständen seine Lebensgefährtin verloren. Diese war hochschwanger, das Kind wurde mit Notkaiserschnitt entbunden, die Mutter starb wenig später. Malmquist sprach so sensibel und sympathisch über diese schreckliche Zeit, dass ich mich sehr auf dieses Buch freue. Tom Malmquist – In jedem Augenblick unseres Lebens

Darauf verirrte ich mich eher zufällig an den Stand, an dem Volker Kutscher und Arne Jynsch ihre gemeinsame Graphic Novel „Der nasse Fisch“ signierten. Nicht nur ihre sehr den Lesern zugewandte Art, sondern besonders auch die liebevoll gezeichnete Widmung des Künstlers, der dafür Stunden am Signiertisch verbrachte, haben mich überzeugt, es auch einmal mit einer Graphic Novel zu versuchen. Auf den ersten Blick bin ich begeistert.

Um 14 Uhr dann der Lesertreff von Lovelybooks. Wie immer sehr lieb gemacht, hänge ich doch an dieser Gemeinschaft, auch wenn ich ihr etwas entwachsen bin. Aber ich habe dort auch eine liebe Buchfreundin wiedergetroffen.

Dominique Manotti

Letzter Termin war die wunderbare, mittlerweile 75 jährige Dominique Manotti, Grande Dame des französischen Kriminalromans. Ein wunderbar verständliches Französisch, interessante Ausführungen zu ihrem Roman „Schwarzes Gold“ und eine weitere äußerst sympathische Autorin schlossen meinen Samstag so wunderbar ab, dass ich dem Messegelände nahezu entschwebte. Zumal das Wetter grandios war.

Auch die Außenflächen wurden gerne genutzt: Das Wetter war wunderbar!

Der Sonntag stand dann im Zeichen der Kinder- und Jugendbücher: Ich war mit meinem Sohn unterwegs. Der fand alles ganz wunderbar und hatte einen tollen Tag, nachdem er am Vortag an der Krimistadtrallye des Institut français unter Beteiligung von Darstellern der SOKO Leipzig teilgenommen hatte. Eine ganz großartige Veranstaltung!

Da ich noch nie bis Sonntag geblieben bin, für mich eine Premiere: Der traditionelle Messechor!

Wie überhaupt die ganzen Ausstellungen, Musikveranstaltungen, Lesungen, Partys etc. etc. gar nicht genug gelobt werden können. Leipzig, du machst das toll! Und nächstes Jahr bin ich wieder mit dabei!

Leipziger Buchmesse 2017

Morgen ist es auch für mich soweit: Es geht nach Leipzig auf die Buchmesse 2017. Zum Bloggen werde ich dort eher nicht kommen. Ich möchte mir Zeit für die Messe nehmen und die Familie reist auch mit. Natürlich wird es anschließend einen Bericht geben. Damit es bis dahin nicht so still hier wird, werde ich mich mal als Instagramer versuchen und habe deshalb hier auch ein entsprechendes Widget eingebaut. Vielleicht habt ihr Lust, hier mal vorbeizuschauen (oder bei Instagram direkt). Allen, die auch da sind: viel Spaß auf der Messe!

lit.COLOGNE 2017

2001 startete in Köln ein literarisches Programm, das sich als absolute Erfolgsgeschichte herausstellen sollte: Mit damals 60 Veranstaltungen an 5 Tagen noch relativ überschaubar, gelang es aber schon zu Beginn, auch große Namen der Buchbranche anzuziehen: Leon de Winter war zu Gast, Louis Begley, Jostein Gaarder, Cornelia Funke und Nick Hornby.

Ein besonderer Augenmerk lag von Anfang an auf dem Kinderprogramm, der lit.kid.cologne. Unsere Kinder waren damals leider noch zu klein für die Einlesung sämtlicher damals erschienenen vier Harry Potter Bände durch Rufus Beck. Ein Jahr später trafen wir aber Hase Felix auf dem Köln-Bonner Flughafen, gingen mit dem jungen Pablo Picasso ins Museum Ludwig, später begegnete uns der kleine Pinguin Tamino im Kölner Zoo, wir gingen mit Mozart ins Musikgeschäft und mit den Kindern von Kokolores ins Elefantenhaus. Die Kinder waren jedes Mal sehr begeistert und auch wir Erwachsenen staunten über den Einfallsreichtum des Organisationsteams.

Über viele Jahre zog es uns immer wieder zur lit.COLOGNE, trotz der einfachen Fahrtzeit von 1,5 Stunden, die wir nicht selten auch im Schneetreiben auf der Sauerlandlinie oder dichtem Nebel im Bergischen Land hinter uns brachten.

Unvergessliche Abende waren der Lohn, so zum Beispiel gleich im ersten Jahr ein gemeinsamer Auftritt von Robert Gernhardt, Max Goldt und Benjamin von Stuckrad-Barre, „Drei Generstionen deutsche Literatur“ im Gürzenich. Gerhard Polt trat mit der Grupo Converso auf, Klüpfl & Kobr blödelten sich genial durch eine Fahrt auf dem Literaturschiff und Iris Berben und Christoph Maria Herbst führten durch einen höchst amüsanten „Büroalltag“-Abend. Auf einer Veranstaltung durfte ich die von mir sehr geschätzte Zadie Smith erleben.

Die mit Abstand am meisten beeindruckende Veranstaltung war allerdings 2003 ein Abend mit Elke Heidenreich zu ihrem damals erschienenen Shakespeare Buch.

„Noch immer riecht es hier nach Blut – William Shakespeare und Macbeth“. Katharina Thalbach und Christoph Waltz lasen MacbethElke Heidenreich zeigte Fotos aus „Macbeth. Schlafes Bruder“ und Jürgen Tarrach sang, übrigens absolut großartig, Shakespeare Sonette. Ein Gänsehautabend, den ich nicht vergessen werde.

Dieses Jahr wiederholt sich die lit.COLOGNE zum 17. Mal. Mittlerweile angewachsen auf 194 Veranstaltungen an nun 12 Tagen und zwei vorgezogenen Veranstaltungen (im Januar Jonathan Safran Foer und im Februar T.C.Boyle), vermag sie es, die ganz großen Namen anzuziehen, immer wieder spannende Formate und abwechslungsreiche Veranstaltungsorte zu finden. Auf jeden Fall zu begrüßen ist es/wäre es, dass lit.COLOGNE und Leipziger Buchmesse nicht zeitgleich stattfinden (wie leider oft in den vergangenen Jahren).

Drei Veranstaltungen habe ich dieses Jahr besucht.

Im Januar durfte ich bereits Jonathan Safran Foer über seinen Roman „Hier bin ich“ sprechen hören. Die Moderation durch Dennis Scheck war allerdings für mich enttäuschend – kaum interessante Fragestellungen, wenig Erhellendes (mir kam die Frage, ob er das Buch überhaupt gelesen hatte nicht als Einziger). Dafür ein sympathischer und gut gelaunter Autor und ein großartig lesender (und vom Autor ausdrücklich dafür gelobter) Robert Dölle. Leider hat meine Kamera an diesem Abend versagt, deshalb nur ein leicht verschwommenes Foto.

Während der eigentlichen lit.cologne im März habe ich nun zwei Veranstaltungen ausgewählt. Ich muss zugeben, dass die Wahl schwer fiel, es waren einfach zu viele hochkarätige Autoren, am liebsten wäre ich zu mindestens der Hälfte davon auch gegangen. Die Auswahl bestimmt hat dann vor allem der Temin. 120 Kilometer Anreise, das ist einfach am Wochenende besser zu bewerkstelligen.

Literaturschiff lit.cologne
Literaturschiff der lit.cologne

Die Wahl fiel auf Llúis Llach, dessen Roman „Die Frauen von La Principal“ ich letztes Jahr sehr gerne gelesen habe. Die deutschen Passagen wurden von Iris Berben gelesen, deren Auftritte bei der lit.cologne schon immer hochklassig waren. Und auch an diesem Abend auf dem Literaturschiff war sie trotz anhaltender Bronchitis gewohnt souverän, ausdrucksstark und ungemein sympathisch. Das Empfehlen von Llúis Llachs Buch lag ihr spürbar am Herzen.

lit.cologne 2017 Lluís Llach und Iris Berben
lit.cologne 2017 Lluís Llach und Iris Berben

Durch den Abend führte Michael Ebmeyer, der Autor von „Gebrauchsanweisung für Katalonien“. Er tat das auf Katalanisch, locker, kenntnisreich und mit sehr guten Fragen.

Lluiís Llach lit.cologne 2017
Lluiís Llach lit.cologne 2017

Der 1948 geborene Llach, in Katalonien sehr verehrter Liedermacher, einst erbitterter Gegner des Francoregimes (nach Auftrittsverboten emigrierte er nach Paris und kehrte erst nach Francos Tod zurück) und Mitglied der Bewegung Nova Canço, die der Unterdrückung der katalanischen Sprache im Einheitsstaat Francos entgegentreten wollte. Sein Lied L’Estaca („Der Pfahl“) erlangte Kultstatus. Dabei schlug die Zensurbehörde erst nach ca. eineinhalb Jahren zu, Verständnisprobleme oder generell der „romanische Umgang mit Zensur“ vermutete Llach amüsiert.

Seit einiger Zeit hat sich Llach ganz aus dem Musikgeschäft zurückgezogen. Initialzündung für seine Karieren als Autor, Politiker für die Unabhängigkeit Kataloniens oder auch als äußerst erfolgreicher Winzer des Weinguts Vall Llach waren immer eher Zufälligkeiten, wie zum Beispiel bei letzterer ein Aufenthalt im Landhaus seiner Mutter, in das er sich nach einer Krebsdiagnose Anfang der Neunziger Jahre zurückgezogen hatte. Das Wetter war in diesem Jahr sehr schlecht, es kam zu verheerenden Überschwemmungen und Llach wollte mit der Gründung des Weinguts ein hoffnungsvolles Zeichen für die Region setzen. Er selbst ist übrigens schon immer Abstinenzler (und außerdem ist ihm sein Wein viel zu teuer ;)).
Insgesamt ein netter, amüsanter Abend, den Llach am Signiertisch beendete.

 

Die dritte Veranstaltung ergab sich fast zwangsläufig: Ist Paul Auster doch nicht nur ein literarisches Schwergewicht, sondern auch ein von mir sehr geschätzter Autor. Mit „4 3 2 1“ habe ich die letzten Lesewochen verbracht. Im Vorfeld wurde in der Presse schon so manches bekannt, von „Weltstar auf Reisen“, „Diva im Literaturbetrieb“ war da die Rede, keine Widmungen am Signiertisch, pro Besucher nur ein Buch und – vor allem – absolut keine Fotos im gesamten Veranstaltungsbereich. Nun, es kam alles tatsächlich so, zudem war die angekündigte stark angeschlagene Stimme des Autors zu einer ausgewachsene Erkältung mutiert. Ein großes weißes Taschentuch war denn auch Austers wichtigstes Accessoire des Abends.

Aber er war da, ausgesprochen freundlich, seinem Publikum zugewandt und arbeitete sich trotz der Stimmprobleme souverän durch die Lesung, die er mit Schauspieler Sylvester Groth wechselseitig in Deutsch und Englisch gestaltete. Moderiert wurde der Abend kenntnisreich von Bernhard Robben, der Auster zunächst auf Jiddisch begrüßte und fragte, ob ob Jiddisch in dessen aus Galizien stammenden Familie eine Rolle gespielt habe. Nur die Großmutter habe es zuzeiten gesprochen, erzählt Paul Auster.

 

Derek Wood CC BY-NC-SA

Ein aus den 40 er Jahren stammendes Trickfoto von einem mit Männern besetzten Tisch. Erst auf den zweiten Blick war zu erkennen, dass es sich dabei immer um den gleichen Mann in unterschiedlichen Positionen handelte.

 

Ein erster Gedanke an das „Was wäre wenn?“, wenn das Leben eben mal eine andere Abzweigung genommen hätte, ein Gedanke, den Paul Auster, wahrscheinlich wie viele seiner Leser auch, schon lange mit sich herumgetragen habe und der schließlich zu 4 3 2 1 geführt habe. In dem Moment, in dem sich die Idee dazu verfestigt habe, wäre er schier begeistert gewesen („I jumped out of my skin“). So habe er auch nicht lange überlegt, wie bei vielen vorherigen Büchern wochen- oder sogar monatelang, sondern ziemlich gleich losgelegt. Auch die Anzahl 4 seiner verschiedenen Versionen eines Lebens war für ihn gleich die richtige.

Nur der Titel erfuhr eine Änderung, denn der ursprünglich angedachte, „Ferguson“, nach dem Namen seines Protagonisten, erhielt nach den Vorgängen im August 2014, nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf den schwarzen Jugendlichen Michael Brown im gleichnamigen Ort in Missouri, eine Bedeutung, die ihn für Auster unmöglich machte. Das war eineinhalb Jahre nachdem er begonnen hatte zu schreiben. Heute ist er überzeugt, dass 4 3 2 1 tatsächlich der bessere Titel sei.

Paul Auster - 4 3 2 1Gefragt nach der Methode seines Schreibens, spricht Auster von einem Tanz um die Frage, wie sich die Entwicklung eines Menschen gestaltet. Gleiche Genetik, gleiche Physis, gleiches Elternhaus und gleiche mentale Voraussetzungen, aber unter anderen Umständen wachsen die vier Archie Fergusons auf, wohnen in unterschiedlichen Orten rund um Newark und New York, besuchen unterschiedliche Schulen, haben unterschiedliche Freunde und vor allem unterschiedliche finanzielle und familiäre Konstellationen, besonders der Vater hat in allen vier Fällen ein sehr unterschiedliches Schicksal. Für Auster eine spannende Entdeckungsreise. Keine der vier Figuren ist ihm dabei lieber oder näher als die andere. Wie überhaupt Paul Auster davon überzeugt ist, dass ein Autor seine Figuren lieben muss, auf sie hören und sie möglichst nicht manipulieren soll. „Man schreibt nicht von außen nach innen, sondern von innen nach außen.“ So Austers Credo.

4 3 2 1 gehört für Paul Auster in die Reihe, die mit „Unsichtbar“ und „Sunset Park“ begonnen hat und sein Werk zu einer Erkundung des Innenlebens, in die Psyche hinein führte und begleitet war mit einer anderen Art zu Schreiben, mit einer Befreiung, einem neuen Tempo, einem anderen „drive“, mehr Musikalität, längeren Sätzen.

Gefragt, ob der ursprüngliche Name von Archies Großvater „Reznikoff“ als Hommage an den amerikanischen Poeten Charles Reznikoff gedacht war, verneint Auster, erzählt aber eine amüsante Anekdote, in der er den Verehrten, schon sehr Betagten in den 70 er Jahren besuchte, nachdem er ihm ein Essay zugeschickt hatte. Der Nachmittag verging indem Reznikoff ununterbrochen Geschichten erzählte. Schon an der Tür, hielt er Paul zurück: „Ach, ihr Essay! Es erinnert mich an meine Mutter!“ Keine ausgesprochene Schönheit, bekam sie einst von einem Fremden auf der Straße ein Kompliment für ihr wunderschönes Haar. Den Rest des Tages verbrachte sie vor dem Spiegel. „Daran hat mich ihr Essay erinnert.“

The road not taken By Robert Frost (Library of Congress; image by Leo Romero.) [Public domain], via Wikimedia Commons
Auch zu Robert Frost, dessen Gedicht „The Road not taken“ zum amerikanischen Gedichte-Kanon gehört und als Motto für 4 3 2 1 dienen könnte, fällt Paul Auster eine amüsante Szene aus Jim Jarmuschs „Down by law“ ein, in der Roberto Benigni aus dem Gedicht rezitiert, auf Italienisch, und dann schwärmt „Papa Frost – great American poet“, von Auster im Tonfall wunderbar imitiert.

Paul Auster ist definitiv nicht der unzugängliche, distanzierte Autor, als der er teilweise angekündigt wurde.

Zum Schluss stellte er noch einmal fest, dass für ihn das Leben eine Kombination aus bewussten Entscheidungen an den Weggabelungen des Lebens und eben Zufällen ist. Sein Archie Nummer 1 ist für ihn der introspektive, politisch engagierte Typ, Nummer 2 derjenige mit den festen Vorstellungen vom Leben, Nummer 3 der unsicherste, auch von den familiären Bedingungen her am meisten beeinträchtigte und Nummer 4 der toughste von allen, vielleicht auch, weil er mit seinem Vater schon früh die meisten Konflikte austragen muss.

Der Abend war sehr informativ, auch und gerade für Leser, die 4 3 2 1 schon gelesen haben. Und auch, wenn ich keine Fotos machen konnte, trage ich viele Bilder davon sicher noch lange mit mir.

Schön war sie, die lit.cologne 2017. Sehr gut fand ich, dass sie sich diese Jahr nicht mit dem anderen literarischen Frühlings-Großereignis, der Leipziger Buchmesse, ins Gehege kam. Eigentlich müsste das terminlich doch jedes Jahr möglich sein. Zumal sich beide kaum überschneiden, sondern ergänzen.

Na, dann tu ich es mal: DANKE! Und ich freue mich auf 2018!

 

 

 

 

 

#indiebookday

Heute am 18. März 2017 ist es wieder soweit: Indiebookday!

Auf Initiative des kleinen, aber regen mairisch Verlags  wird seit 2013 jedes Jahr der indiebookday ausgerufen. Er soll an die wertvolle, unersetzbare Arbeit der vielen unabhängigen Klein- und Kleinstverlage erinnern und deren Bücher bewerben. Auf dass sie in der Veröffentlichungsflut und vor allem der immer intensiveren Bewerbung durch die „Großen“ nicht untergehen. Viel Idealismus und Herzblut steckt bei den „Kleinen“ mit drin und jedes Jahr werden kleine und große Schätze gehoben, was zum Glück auch immer mehr Anerkennung findet (man denke an die Erfolge beim Deutschen Buchpreis von Jung und Jung oder auch im vergangenen Jahr von der Frankfurter Verlagsanstalt). Dennoch verdienen die Unabhängigen noch viel mehr Aufmerksamkeit. Deshalb der Aufruf:

Ihr liebt schöne Bücher.

Am Indiebookday könnt Ihr das allen zeigen. Es geht ganz einfach:

Geht am 18.03.2017 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet. Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen.

Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat) oder einem Blog Eurer Wahl mit „#indiebookday“. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.

Ich schließe mich gerne an, doch welche Bücher besonders hervorheben, welcher Verlag liegt besonders am Herzen? Da gibt es sicher einige. Der Verbrecher Verlag hat mich mit Anke Stelling als Autorin gewonnen und das Projekt „Das Büro“ von J.J. Voskuil ist nur in den höchsten Tönen zu loben. Ähnlich ambitioniert ist der kleine Elfenbein Verlag mit der Veröffentlichung des Mammutwerks von Anthony Powell „Ein Tanz zur Musik der Zeit“. Beides Werke, an die ich mich noch nicht herangetraut habe bisher, was ich aber unbedingt ändern möchte. Auch der Schöffling Verlag liegt mir als in Frankfurt sozialisierte Leserin sehr am Herzen, nicht zuletzt wegen Klaus Schöffling, Jahr für Jahr über die Jahrzehnte eine feste Größe im Trubel der Frankfurter Buchmesse.

Vorstellen möchte ich aber dieses Mal den Verlag Antje Kunstmann, der mich mit seinen Büchern von Kim Thúy und Rafael Chirbes über die Jahre immer wieder angesprochen hat. Auch finde ich dessen Messeaufritt immer besonders sympathisch.

1976 gegründet, gehört er schon lange nicht mehr zu den ganz Kleinen, bewahrt sich aber einen ganz besonderen Charme. Schwerpunkt ist u.a. auch die „komische Kunst“, daneben natürlich Belletristik, Sachbuch, seit Neuerem auch „Hörkunst“ mit einem kleinen Hörbuchbereich und hübsche Geschenkbücher. Insgesamt weit gefächert, aber irgendwie auch homogen, auch was die schöne Gestaltung der meisten Titel betrifft.

„Mein“ Indiebook dieses Jahr ist die von Philip Waechter wunderbar illustrierte Ausgabe eines Krimiklassikers von Jakob Arjouni „Happy Birthday, Türke“ aus der Büchergilde Gutenberg. Auch ein schönes Ostergeschenk 😉

Happy Birthday, Türke - Jakob Arjoun

Verratet mir euren Indiebook-Tipp, ich bin gespannt!