Leipziger Buchmesse 2018 – Mein (verspäteter) Messebericht

Die Leipziger Buchmesse 2018 stand nicht nur bei mir, aber eben auch bei mir, unter dem Motto: „Abenteuerurlaub“. Jede Menge Vorbereitungen, Planungen und Termine konnten nicht verhindern, dass alles etwas anders ablief als geplant. Und schuld war nicht nur das Wetter. „Leipziger Buchmesse 2018 – Mein (verspäteter) Messebericht“ weiterlesen

Impressionen Leipziger Buchmesse 2018

Diese Buchmesse war eine Ausnahmebuchmesse. Mit voller Wucht kehrte der Winter zurück und Leipzig versank im Schneechaos. Die Sperrung des Hauptbahnhofs und viele Behinderungen auch im Umland machten es vielen Besuchern unmöglich, zu kommen oder behinderten zumindest Hin- und Heimfahrt massiv.

Auch für mich war die Messe in mancherlei Hinsicht abenteuerlich, aber sehr anregend und voller schöner Begegnungen. Da ich mich entschlossen hatte, kein Laptop mitzunehmen und nun auch erst einmal alle Eindrücke zu einem Text zusammenfassen möchte, muss ich meinen Messerückblick noch ein wenig schuldig bleiben. Er folgt aber – ich hoffe spätestens zum Wochenende.

Bereits jetzt möchte ich aber schon ein paar Eindrücke mit euch teilen – visuell -, damit ihr einen kleinen Vorgeschmack bekommt.

Fünf Tage Buchmesse Frankfurt 2017 – Mein Messebericht

Die diesjährige, nunmehr 69. Frankfurter Buchmesse ist vorgestern zu Ende gegangen. Sie schloss wieder mit einem leichten Plus bei den Besucherzahlen von 286.425. Über 7000 Aussteller aus 102 Ländern präsentierten ihre Bücher, über 4000 Veranstaltungen fanden statt, davon viele im Rahmen des Openbookprogramms auch außerhalb der Messe an verschiedenen Orten in der Stadt, ganz neu war das Bookfest, zahlreiche Parties  und – das ist mir noch in keinem Jahr derart aufgefallen – reges Leben in der City, das in der ein oder anderen Weise mit der Messe zu tun hatte. „Fünf Tage Buchmesse Frankfurt 2017 – Mein Messebericht“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 3 und 4 – Ein Rückblick in Bildern

Die Buchmesse in Frankfurt ist nun zu Ende. Fünf ereignisreiche, spannende, schöne, aber auch anstrengende Tage und nun bin ich wirklich sehr müde. Der Freitag war so voll mit Programm, dass abends keine Energie mehr für einen Überblick blieb, der Samstag klang privat erst sehr spät aus – Frankfurt ist schließlich nicht nur Buchmesse, sondern auch alte Heimat und meine Universitätsstadt. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 3 und 4 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 2 – Ein Rückblick in Bildern

Ein langer Buchmessentag geht zu Ende. Nachdem ich gestern neben einigen Termin vor allem durch die Hallen getrieben bin, gab es heute hochkarätige Veranstaltungen. Ein wunderbarer Tag mit wunderbaren Autoren. Jetzt freue ich mich auf morgen, wo ich endlich auch mal ein paar Bloggertermine habe und vielleicht den ein oder anderen „Kollegen“ treffen werde. Aber nun erst einmal mein Rückblick in Bildern. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 2 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen

Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 1 – Ein Rückblick in Bildern

Ein Tag voller buchiger Eindrücke und Erlebnisse geht zu Ende. So voll, dass es für das Schreiben eines Beitrags nicht mehr reicht. Ich möchte aber meine Fotos gerne hier teilen, heute und an den anderen Messetagen. Der Bericht folgt dann nach der Messe. „Frankfurter Buchmesse 2017 – Tag 1 – Ein Rückblick in Bildern“ weiterlesen

Ein Abend mit Arundhati Roy

Literaturhaus Frankfurt, Deutschlandpremiere von „Das Ministerium des äußersten Glücks“ von Arundhati Roy, jenem Roman, auf den die literarische Welt zwanzig Jahre wartete. 1997 war ihr erster Roman „Der Gott der kleinen Dinge“ erschienen und gleich ein Riesenerfolg geworden. Internationale Publikationsrechte für 21 Länder wurden verkauft und der renommierte Booker Prize gewonnen. Zu Recht, die Geschichte um eine christliche Familie im südindischen Kerala, die zugleich Einblick in die Politik und Gesellschaft Indiens, in das Kastenwesen und die Rolle der Frauen eröffnete, ist einer der großen Romane des ausgehenden 20. Jahrunderts.

Arundhati Roy engagierte sich, bewusst auch ihre Bekanntheit nutzend, für gesellschaftliche und soziale Fragen. Als Friedens-, Umweltschutz- und globalisierungskritische Aktivistin veröffentlichte sie zahlreiche Essays. Gerade ihr Eintreten gegen den wachsenden Hindunationalismus in Indien brachten ihr auch erbitterte Gegner ein. Ernstzunehmende Drohungen waren die Folge.

So begann der Abend auch mit für eine Lesung eher ungewöhnlichen Taschenkontrollen und einem Aufgebot an Sicherheitskräften. Der Leiter des Frankfurter Literaturhauses Hauke Hückstädt nutzte seine Eröffnungsansprache dann auch zu einem Appell für Diversität und Zivilcourage.

Moderiert wurde der Abend sehr angenehm und sachkundig von dem Lektor Hans Jürgen Balmes. Er gab eine kurze Einführung zum Werk Arundhati Roys und betonte dabei auch ihre Rolle als Aktivistin und Bürgerrechtlerin, die sich auch in ihren Essays niederschlägt. Von „staunender Wahrnehmung“ war da die Rede.

Dann berichtete Roy von ihrem kleinen Schreibapartment, eher einem winzig kleinen Raum in Shahjahanabad, der ummauerten Altstadt Dehlis, wo auch der neue Roman beginnt. Es ist ein Raum, der ihr Sicherheit bietet, aber auch einen ganz besonderen Rhythmus, den sie zum Schreiben braucht. Hier steht sie auch nach Beendigung ihrer Werke immer noch mit den Figuren im Gespräch. Diese sind im Buch sehr zahlreich, ja, die ganze Stadt soll zeitweise als Person auftreten, vom Hintergrund in den Vordergrund treten und aus all den kleinen Scherben soll die Geschichte entstehen. Wie Arundhati Roy sagte, soll der Leser durch ihren Roman wie durch eine Stadt streifen, hier und da mit den Menschen eine Zigarette rauchen und mit ihnen ins Gespräch, in den Austausch kommen.

 

Immer wieder nach Anteilen von „Magischem Realismus“ in ihrem Werk gefragt, betont Roy, dass für sie darin wenig Magisches vorhanden ist. Die Lebenswirklichkeit in Indien mutet für viele Menschen in anderen Kulturkreisen vielleicht ein wenig magisch an, aber für die Menschen vor Ort ist sie Realismus, oftmals bedrückender Fakt. Indien erscheint vielen Beobachtern von außen wie der Inbegriff von Anarchie und „Buntheit“. Arundhati Roy betont aber, dass diese Anarchie und Unordnung nur auf den Straßen, bei der Müllbeseitigung etc. herrscht, dass die Gesellschaft selbst dagegen eisernen Regeln unterworfen ist. Das strenge Kastensystem ist ein brutales Beispielt dafür. Auch heute noch werden maximal 5% aller Ehen außerhalb der Kastengrenzen geschlossen.

Für Roy dient ein Roman dient aber nicht als Informationsvermittler, sondern ist immer Fiktion. Wenn er aber präzise gearbeitet ist, dann wird er universell. Durch einen fiktionalen Roman kann man oft die Atmosphäre eines Landes, einer Zeit und ihre Probleme viel besser fassen als durch nicht-fiktionale Texte. „Fiction is truth!“

Die Schauspielerin Anna Böger las anschließend eine Passage aus dem „Ministerium“, die den Zuhörern einen der Handlungsorte, den Friedhof, der zum Zuhause der Hauptfigur wie so vieler anderer wurde, vorstellte.

 

Hans Jürgen Balmes zeigte sich daraufhin erneut begeistert von der Musikalität der Sprache, auch in der deutschen Übersetzung von Anette Grube. Arundhati Roy sprach von der Besonderheit ihres Werkes, das im Original mit den verschiedenen indischen Sprachen, Urdu, Hindi, Kashmiri und auch der teilweise „versehrten Grammatik“ des gebrauchten Englisch spielt, den Personen auch dadurch unterschiedliche Charaktere verleiht und gerade dadurch viel von seiner Authentizität erhält. Das in eine homogene Sprache wie das Deutsche zu übersetzen ist schwierig. Anette Grube ist es anscheinend sehr gut gelungen. Insgesamt wird der Roman in 40 Sprachen übersetzt, u.a. auch in die indischen Sprachen, was Arundhati Roy vorkommt, als käme das Buch nach Hause. Sprache ist für die Autorin wie Musik, die sie beim Schreiben wie eine Tonspur nebenherlaufen hört. Das Buch als Teich, unter dessen ruhiger Oberfläche die Fische der unterschiedlichen Sprachen schwimmen. Deshalb sind Übersetzungen für sie so spannend und sie arbeitet auch eng mit den Übersetzern zusammen.

 

Nach einer zweiten Lesepassage kommt Hans Jürgen Balmes noch einmal auf den Sicherheitsaspekt zurück und fragt die exponierte Autorin nach ihrem Sicherheitsgefühl. Roy betont, dass sie ihre Popularität und Veranstaltungen wie Lesungen als eine Art militärische Taktik nutzt. Je mehr Bekanntheit und Solidarität ihr entgegengebracht wird, um so sicherer fühlt sie sich, um so höher ist die Schwelle, die für einen Angriff auf sie überschritten werden muss.

Diese Solidarität und Unterstützung zu gewähren, ist bei deiner derart sympathischen, humorvollen, unprätentiösen Autorin sicher für jeden Zuhörer und Leser selbstverständlich.

Nach den Plänen für einen weiteren Roman gefragt, betont sie, dass Fiktion das Gegenteil von Dringlichkeit ist, im Gegenteil zu den Essays Zeit braucht, sich zu entwickeln. Vielleicht kommt es dazu, vielleicht aber auch nicht.

Nach einem typischen Tag in ihrem Autorenleben gefragt, würde sie zunächst antworten, dass sie kein Bürokrat ist und es von daher keinen „typischen Tag“ gebe. Wenn, dann aber würde der Besucher in ihrer Wohnung wahrscheinlich auf Menschen treffen, die entspannt auf dem Boden lägen, zur Decke blicken und sich hin und wieder anstupsen würden: „Kannst du dir vorstellen? Alle anderen arbeiten jetzt?“ „Ich bin keine sehr ambitionierte Schriftstellerin“, meint Arundhati Roy noch.

Eine sehr sympathische schon.

Alle Fotos Eigene Werke.

Emeraldnotes war von ihrer Lesung in Tübingen genauso begeistert wie ich.

Ein Abend mit Anna Kim im Literaturhaus Frankfurt

Anna Kim hat mit „Die große Heimkehr“ ein großartiges Buch vorgelegt, das sich mit der Geschichte Koreas, mit Schwerpunkt auf die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1962, beschäftigt. Am Mittwoch 05.04.2017 war sie im Kabinett des Literaturhauses Frankfurt zu Gast.

Moderatorin des Abends war Sabrina Wagner, die zu Beginn kurz Kims Werdegang und die Vielseitigkeit ihrer bisher erschienenen Bücher skizzierte.

Nach dem Koreabild gefragt, mit dem Anna Kim aufgewachsen ist (die Österreicherin ist im Alter von zwei Jahren mit den Eltern zunächst nach Deutschland, dann nach Österreich emigriert), erzählt die Autorin, dass sie von klein auf fast nur mit westlicher Kultur umgeben war. Der Vater studierte westliche Malerei, die Mutter deutsche Literatur und Philosophie, so dass Anna sehr wenig Berührung mit Korea hatte, was sie auf die negativen Erfahrungen ihrer Eltern mit ihrem Heimatland zurückführt. Schon als kleines Kind musste die Mutter in den Wirren der Teilung und des Koreakrieges fliehen. Sie erzählte ihrer Tochter hin und wieder davon in märchenhaftem Ton, was diese aber als kleines Mädchen eher langweilte.

Auf das aktuelle Buch kommend, fragte Sabrina Wagner, wer die rätselhafte Protagonistin Eve Moon für Anna Kim sei. Für diese ist es besonders wichtig, dass Eve als ziemlich einzige der Figuren nicht nur auf die Geschehnisse reagiert, sondern versucht, zu agieren, sehr emanzipiert und selbstbewusst handelt. Auch personifiziert sie die Frage von Illusion und Wahrheit, die im Buch eine große Rolle spielt.

Anna Kim

Wichtig war für Anna Kim vor allem der geschichtliche Aspekt ihres Romans. Die Frage war, wie viel Geschichte und Politik steckt in einem Individuum und lässt sich das überhaupt trennen. Das ist natürlich eine Form der Geschichtsschreibung und der Autorin ging es in erster Linie auch um deren Dekonstruktion. „Geschichte gehört letztlich demjenigen, der sich Gehör verschafft.“ Auch der Hauptprotagonist Yuno, der den Roman als Lebensbeichte einer ihm Fremden, der jungen Deutschen mit koreanischen Wurzeln Hanna, erzählt, warnt: „Glauben sie mir nicht alles, was ich erzähle“. Nicht umsonst geht es im Roman wie in der koreanischen Geschichte zu einem Gutteil auch um Propaganda. Yuno fällt es leichter, seine Geschichte einer Person zu schildern, der „die Grammatik dieser Gesellschaft fremd ist.“

Zum Schluss fragt Sabrina Wagner nach Billie Holiday, die den Soundtrack des Romans liefert, immer wieder ertönen ihre melancholischen, träumerischen Lieder. Und ja, Anna Kim liebt Billie Holiday und sieht in ihnen, vor allem ihrer einfachen, poetischen Sprache, eine große Inspirationsquelle für ihren Roman.

Zwei Textpassagen liest die sympathische Autorin, dann ist dieser schöne Abend auch schon zu Ende. Für die Lektüre des Buches war er sehr erhellend.

Meine LBM – Leipziger Buchmesse 2017

Vom 23. bis 26.März 2017 war wieder Buchmesse in Leipzig. Drei Tage lang konnte ich in die Buchwelt eintauchen und viele interessante Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Gleich vorweg: Noch an keiner bisherigen Messe hatte ich so viel Pech mit den angekündigten Veranstaltungen auf dem Messegelände. Lesungen und Gespräche fielen aus, teils wegen Krankheit (da kann man nun wirklich nichts machen), teils aber auch ohne weitere Begründung (nur der Hinweis am Stand, zu dem man sich teils mühevoll durchgekämpft hat „Entfällt“), teils wurden die Termine entgegen der Ankündigungen im Programm vorverlegt. Ab Tag 2 bin ich dann nicht mehr so nach Planung vorgegangen, hatte nur wenige Veranstaltungen zu denen ich unbedingt wollte, und dann wurde es auch entspannter (obwohl auch am Sonntag eine meiner beiden angestrebten Lesungen zu einer anderen als der angekündigten Zeit stattfand). Insgesamt resultierten daraus wenige „echte“ Termine und mehr Zeit zum Bummeln.

Fazit fürs nächste Mal: weniger Veranstaltungen und die dann am selben Tag lieber nochmal checken!

Weiteres Messefazit: Ich brauche dringend eine bessere Kamera. Meine Fotos sind nur sehr bedingt vorzeigbar.

Nun aber zum Lob: Zum ersten Mal als Blogger auf der Messe war ich erstaunt über die Annehmlichkeiten. Das begann mit dem separaten Eingang, Parkplatz direkt davor, kostenlose Garderobe, einsame Toiletten (nicht zu unterschätzen) und dem Pressecafé. Da fühlt man sich richtiggehend wertgeschätzt.

Schlange am Signiertisch eines Bestsellerautoren? Nein , nur die vor der Damentoilette.

Die Buntheit, Offenheit, Großzügigkeit der Veranstaltungsflächen (gerade auch im Vergleich zur Frankfurter Messe) wurde auch schon verschiedentlich angesprochen. Zwar erscheinen mir die Termine auf letzterer immer ein wenig hochkarätiger und besonders an den Fachbesuchertagen auch deutlich entspannter, aber Leipzig ist einfach näher dran an den Lesern. An allen Ecken und Enden laden kleine Lesebühnen, Cafés und Diskussionen zum Verweilen ein. Nicht zuletzt ist auch die Möglichkeit zum Erwerb von Büchern an allen Messetagen ein Pluspunkt. Besonders auch für Kinder und Familien wird unglaublich viel geboten.

So, aber nun zum Programm selbst.

Dorit Rabinyan zugeschaltet aus Israel

Gleich mein erster Termin am Freitag fiel leider aus. Zwar war die DB mal wieder vorbildlich, und der ICE hielt sogar am Messegelände. So hatte ich es nicht ganz so knapp zum ersten Programmpunkt: Dorit Rabinyan, deren Roman „Wir sehen uns am Meer“ ich mit großem Interesse gelesen habe sollte am Israelstand lesen. Der ist nun in Halle 4, ganz hinten. Dorthin gehetzt, musste ich leider hören, dass die israelische Autorin krank und deshalb nicht in Leipzig ist. Toll, dass sie, wenn auch nur über den Minibildschirm eines Smartphones per Videokonferenz zugeschaltet war und Fragen zu ihrem Buch und besonders der kritischen Aufnahme desselben in Israel beantwortete.

Sehr enttäuschend auch, dass das Gespräch mit der diesjährigen Preisträgerin des Leipziger Buchpreises, Natascha Wodin, ausfiel, vielleicht weil sie am Vortag schon verschiedene Termine gehabt haben muss. Trotzdem schade, da ich ihr Buch als nächstes lesen und besprechen möchte.

Dieser ersten Tag stand unter keinem besonders guten organisatorischen Stern, deshalb habe ich ihn dann auch recht früh beendet.

Leider konnte ich dieses Jahr auch keine Abendveranstaltungen von „Leipzig liest“ besuchen.

Mein (etwas ungerechtes) Fazit am Ende des ersten Tages: Lieber lesen!

Tag 2 war dann wunderbar. Termine fast alle raus, konnte ich entspannt durch die Hallen bummeln. Alle verbliebenen Lesungen oder Gespräche fanden auch tatsächlich statt, zum Beispiel mit dem ausgesprochen sympathischen schwedischen Autor Tom Malmquist. Der Musiker hat vor einigen Jahren unter tragischsten Umständen seine Lebensgefährtin verloren. Diese war hochschwanger, das Kind wurde mit Notkaiserschnitt entbunden, die Mutter starb wenig später. Malmquist sprach so sensibel und sympathisch über diese schreckliche Zeit, dass ich mich sehr auf dieses Buch freue. Tom Malmquist – In jedem Augenblick unseres Lebens

Darauf verirrte ich mich eher zufällig an den Stand, an dem Volker Kutscher und Arne Jynsch ihre gemeinsame Graphic Novel „Der nasse Fisch“ signierten. Nicht nur ihre sehr den Lesern zugewandte Art, sondern besonders auch die liebevoll gezeichnete Widmung des Künstlers, der dafür Stunden am Signiertisch verbrachte, haben mich überzeugt, es auch einmal mit einer Graphic Novel zu versuchen. Auf den ersten Blick bin ich begeistert.

Um 14 Uhr dann der Lesertreff von Lovelybooks. Wie immer sehr lieb gemacht, hänge ich doch an dieser Gemeinschaft, auch wenn ich ihr etwas entwachsen bin. Aber ich habe dort auch eine liebe Buchfreundin wiedergetroffen.

Dominique Manotti

Letzter Termin war die wunderbare, mittlerweile 75 jährige Dominique Manotti, Grande Dame des französischen Kriminalromans. Ein wunderbar verständliches Französisch, interessante Ausführungen zu ihrem Roman „Schwarzes Gold“ und eine weitere äußerst sympathische Autorin schlossen meinen Samstag so wunderbar ab, dass ich dem Messegelände nahezu entschwebte. Zumal das Wetter grandios war.

Auch die Außenflächen wurden gerne genutzt: Das Wetter war wunderbar!

Der Sonntag stand dann im Zeichen der Kinder- und Jugendbücher: Ich war mit meinem Sohn unterwegs. Der fand alles ganz wunderbar und hatte einen tollen Tag, nachdem er am Vortag an der Krimistadtrallye des Institut français unter Beteiligung von Darstellern der SOKO Leipzig teilgenommen hatte. Eine ganz großartige Veranstaltung!

Da ich noch nie bis Sonntag geblieben bin, für mich eine Premiere: Der traditionelle Messechor!

Wie überhaupt die ganzen Ausstellungen, Musikveranstaltungen, Lesungen, Partys etc. etc. gar nicht genug gelobt werden können. Leipzig, du machst das toll! Und nächstes Jahr bin ich wieder mit dabei!

Leipziger Buchmesse 2017

Morgen ist es auch für mich soweit: Es geht nach Leipzig auf die Buchmesse 2017. Zum Bloggen werde ich dort eher nicht kommen. Ich möchte mir Zeit für die Messe nehmen und die Familie reist auch mit. Natürlich wird es anschließend einen Bericht geben. Damit es bis dahin nicht so still hier wird, werde ich mich mal als Instagramer versuchen und habe deshalb hier auch ein entsprechendes Widget eingebaut. Vielleicht habt ihr Lust, hier mal vorbeizuschauen (oder bei Instagram direkt). Allen, die auch da sind: viel Spaß auf der Messe!