(Fast) Alle Herbstvorschauen sind nun veröffentlicht!

Nahezu alle Verlagsvorschauen für den Herbst sind jetzt online und ich habe mich in den letzten Wochen durch sie durchgeblättert. Viele schöne und interessante Bücher habe ich gefunden. Die komplettierte Zusammenstellung findet ihr hier.

Jetzt gilt es, alles noch mal durchzuforsten und die absoluten Perlen herauszusuchen. Ich bin gespannt, wie die to read-Liste dann aussehen wird.

In einigen Vorstellungen habe ich erwähnt, dass ich das Buch auch deshalb lesen möchte, weil mir vorangegangene Bücher des Autors/der Autorin besonders gut gefallen haben. Um das ein bisschen zu „unterfüttern“, werde ich in der nächsten Woche ein paar „alte“ Rezensionen herauskramen und hier veröffentlichen. Vielleicht kann ich den ein oder anderen von euch neugierig machen.

Ein Blick in die Verlagsvorschauen Herbst 2017

Der Frühling hat gefühlt noch gar nicht begonnen und da sind sie schon wieder: Die Herbstvorschauen der Verlage. Und wie jedes Jahr sind natürlich noch nicht alle Frühjahrsbücher gelesen, geschweige denn das Buch aus dem vorletzten Jahr, das man doch so unbedingt noch hervorholen wollte. Und doch: Wie jedes Mal packt die Leserin ja doch die Neugier, die Vorfreude. Ja, ein bisschen wie Weihnachten im Mai.

Also natürlich doch ein Blick hinein. Und da sind sie, die teilweise schon heiß herbeigesehnten, teilweise aber auch völlig unbekannten Bücherschätze. Ich habe mich auch diesmal nur auf die Titel beschränkt, die mir für mich persönlich als wichtig und interessant erscheinen, sortiert nach Verlagen. Die Übersicht erhebt in keinster Weise Anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität. Sicher wird zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ergänzt oder gestrichen. Ganz weggelassen habe ich den Großteil der Neuerscheinungen aus der Sparte Krimi/Thriller. Da verlasse ich mich auf zuverlässige Tippgeber/Rezensenten unter euch (ihr wisst schon, wer gemeint ist 😉 )

Fehlende Coverfotos werden gegebenenfalls ergänzt, sobald sie von Verlag bereitgestellt werden, ebenso werden die „Notverlinkungen“ zu amazon durch solche zu den Verlagsseiten ersetzt.

Ganz viel Spaß und Vorfreude beim Durchsehen! Bei mir heißt es jetzt prüfen und reduzieren, da es natürlich viel zu viele Titel sind, um aufmerksam gelesen zu werden (zumindest von mir allein).

Aufbau Verlag

Verena Boos - KirchbergVerena Boos Roman „Blutorangen“ über die Verstrickungen zweier Familien in den blutigen Spanischen Bürgerkrieg und die Probleme der Aufarbeitung, die das Land bis heute hat, hat mir sehr gut gefallen. Deshalb bin ich auch auf ihr neues Buch „Kirchberg“ sehr gespannt. Nach einem Schlaganfall zieht sich Hanna in das Dorf ihrer Kindheit zurück. Doch „Was als selbstgewählte Einsamkeit gedacht war, wird zu einer Erkundungsreise, die eng mit der Geschichte dieses Hauses auf dem Kirchberg verwoben ist.“ (Verlagswerbung)

 

Blumenbar 

John Fante - Der Weg nach Los AngelesAuch auf John Fantes zweiten bei Blumenbar in neuer Übersetzung durch Alex Capus „Der Weg nach Los Angeles“ bin ich sehr gespannt, „1933 war ein schlimmes Jahr“ war großartig.

 

 

 

 

C.H.Beck Verlag

Stefan Ferdinand Etgeton - Das Glück meines Bruders Ein kleines, aber für mich sehr spannendes Literaturprogramm hat C.H.Beck für diesen Herbst angekündigt. Zum Beispiel Stefan Ferdinand Etgeton – Das Glück meines Bruders: „Botho und Arno van Dijk machen einen letzten Abstecher ins belgische Doel, wo ihre Großeltern lebten und sie viele Feriensommer und Weihnachtsfeste ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben. Begleitet werden sie von Arnos zukünftiger Frau Anja. Der anfangs fröhliche Ausflug ruft bei den Brüdern alte Verletzungen wach und es wird so viel Verdrängtes aufgewirbelt, dass das Leben der Brüder und ihre Beziehung zueinander ins Wanken geraten.“ (Verlagswerbung)

Noch ganz frisch scheinen die anderen beiden Ankündigungen zu sein, zumindest erscheinen sie noch nicht auf der Verlagsseite, deshalb verlinke ich ausnahmsweise (und vorübergehend) mal zu amazon. Daniel Magariel -Einer von uns („Vor der kargerhabenen Kulisse der Landschaft New Mexicos erzählt Magariel mit bestechender Klarheit, wie die Jungen verzweifelt versuchen, die Familie zusammenzuhalten, sich gegenseitig schützen und helfen, und schließlich ums eigene Überleben kämpfen.“ Verlagswerbung) und José Eduardo Agualusa – Eine allgemeine Theorie des Vergessens stand 2016 auf der Shortlist des Man Booker International, erzählt „eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte“ aus Luanda.

Berlin Verlag

Zwei Romane über zwei amerikanische Städte – Chicago und New York

Thomas Reverdy – Es war einmal eine Stadt

John Freeman Gills – Die Fassadendiebe

 

 

 

 

 

 

 

Diogenes

Christoph Poschenrieder - Kind ohne NamenBei Diogenes erscheint ein neuer Roman von Christoph Poschenrieder, der sich sehr interessant anhört: Kind ohne Namen

„Nach einem Jahr an der Universität kommt Xenia in ihr Heimatdorf am
Ende der Welt zurück. Sie ist schwanger, doch niemand soll das wissen.
Als ein Dutzend Fremde aus dem Nahen Osten in der Schule einquartiert wird, gerät das Dorf in Aufruhr. Um den Frieden wiederherzustellen, lässt sich Xenias Mutter auf einen verhängnisvollen Handel mit dem gefürchteten Burgherrn ein. Was sie nicht weiß: Sie gefährdet damit das ungeborene Kind.“ (Verlagswerbung)

 

Dörlemann

Ein Verlag, den ich wegen seiner ausgesprochen schön gemachten Bücher großartig finde, dessen Titel mich aber meist weniger interessieren bringt im August einen spannend klingenden „Jahrhundertroman“, 800 Seiten. Eigentlich habe ich mein Jahressoll an solchen umfangreichen Romanen schon erfüllt…

 

 

 

DTV

Bei DTV konnte ich zwei Neuerscheinungen entdecken, die von Autoren stammen, deren Bücher ich zuvor sehr sehr gemocht habe

Eshkol Nevo – Über uns „Ein Haus, drei Etagen und jede Menge Geheimnisse“ (Verlagswerbung)

 

 

Madeleine Prahs – Die Letzten („Herbst 2014: Das letzte unsanierte Haus in der Hebelstraße wird »leergewohnt«. Man verbarrikadiert sich, Katzen werden vergiftet und Perücken abgefackelt – fast ist es zu spät, doch dann schließen sich ›die Letzten‹ zusammen.“ aus der Verlagswerbung)

Dumont Verlag

Oliver Bottini - Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
Oliver Bottini ist für mich einer der besten deutschen Kriminalschriftsteller, seine Fälle mit Louise Boní habe ich alle. Selbstverständlich bin ich gespannt auf den neuen Fall für den rumänischen Kommissar Cozma: Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

 

 

 

Yaa Gyasi – Heimkehren Ein großes Panorama der Sklaverei beginnend im 18.Jahrhundert in Ghana bis zum Harlem des 20. Jahrhunderts

 

 

 

 

 

Mohsin Hamid - Exit West.

Mohsin Hamid – Exit West „In ›Exit West‹ nimmt sich Mohsin Hamid dem zentralen geopolitischen Thema unserer Zeit an: der Flüchtlingsproblematik. Dieser beinahe märchenhaft anmutende Text ist so berührend wie relevant und legt den Fokus auf das, was wir in den Wirren des politischen Alltags so oft aus dem Blick verlieren: den Menschen.“ (Verlagswerbung)

 

Frankfurter Verlagsanstalt

NICOLAS DICKNER – DIE SECHS FREIHEITSGRADE

Galiani Berlin

Ah, ein neuer Sven Regener – Wiener Strasse. „Schräge Vögel, schräge Welt“, das klingt vertraut, das werde ich mir ansehen!

 

 

Hanser Verlag

Colson Whitehead - Underground RailroadEines der Bücher, auf die ich mich schon lange freue ich das neue von Colson Whitehead – Underground Railroad

„Die Odyssee einer Sklavin durch das Land der vermeintlichen Freiheit“ (Verlagswerbung). Pulitzerpreis, National Book Award, 41 mal Best Book of the Year – das setzt Maßstäbe, wäre für mich aber nicht unbedingt ausschlaggebend (obwohl ich schon ein wenig auf verliehene Preise achte), aber vergangene Werke Whiteheads, besonders „Der letzte Sommer auf Long Island“ und „John Henry Days“ haben mich begeistert und Literatur aus Nordamerika ist eine meiner Lieblingsbaustellen. Also absolutes Muss!

Richard Ford - Zwischen ihnenEbenso für mich als Fan des Autors ein Muss: Richard Ford – Zwischen ihnen „Richard Ford erzählt vom Amerika seiner Eltern: ein bewegendes Buch über Erinnerung, Familie und ein Land, das es so nicht mehr gibt.“(Verlagswerbung) Für mich unbestritten einer der besten amerikanischen Autoren, deshalb freue ich mich auf dieses „literarische Memoir“ ganz besonders.

 

 

Auch zum Gastlandauftritt Frankreichs zur Frankfurter Buchmesse erscheinen drei interessante Neuerscheinungen:

Christophe Bolanski – Das Versteck:  „Christophe Boltanski erzählt die Geschichte seiner jüdischen Familie in der Pariser Rue de Grenelle – eine literarische Entdeckung.“ (Verlagswerbung)

Joseph Andras – Die Wunden unserer Brüder: „Die wahre Geschichte des einzigen Europäers, der 1957 im algerischen Unabhängigkeitskrieg hingerichtet wurde – ein preisgekröntes, poetisches Debüt“ (Verlagswerbung)

 

 

 

 

 

 

 

Yasmina Reza - BabylonYasmina Reza – Babylon: „Yasmina Rezas neuer Roman führt in die Abgründe einer Paarbeziehung – hinreißend komisch wie „Der Gott des Gemetzels“ und dabei tiefernst.“ (Verlagswerbung)

 

 

 

 

Ferner erscheint eine neue Novelle von Michael Köhlmeier – Der Mann, der Verlorenes wiederfindet über Antonius, „eine klassische Geschichte von Liebe und Verrat“ von Orhan Pamuk – Die rothaarige Frau und Erzählungen von der großartigen Jane Gardam – Die Leute von Privilege Hill

Hoffmann und Campe

Eric Ambler - TopkapiBei Hoffmann und Campe erscheint ein Klassiker von Eric Ambler – Topkapi neu: Ein Muss!

 

 

Insel Verlag

Betty Smith - Ein Baum wächst in BrooklynBei Insel erscheint ein Klassiker aus dem Jahr 1944, damals für den Pulitzer Preis nominiert, die Geschichte über ein kleines Mädchen in New York, „das gegen alle Hindernisse anliest“ (Verlagswerbung) Betty Smith – Ein Baum wächst in Brooklyn

 

 

 

Kiepenheuer und Witsch

Zadie Smith - Swing TimeEin erstklassiges Programm, das Kiwi diesen Herbst bietet. Allem voran natürlich Zadie Smiths neuer Roman „Swing Time“, auf den ich schon ungeduldig warte. Ich habe bisher alle Bücher von ihr gelesen und wurde nie enttäuscht. Eine meiner absoluten Lieblingsschriftstellerinnen, die ich auch einmal auf einer Lesung erleben konnte.

 

 

Uwe Timm - IkarienAuch Uwe Timm gehört zu den Autoren, die ich immer wieder gerne lese. In „Ikarien“ beschäftigt er sich mit der „Stunde Null“, eine spannende Zeit, über die ich noch nicht allzu viel gelesen habe.

 

 

 

 

Joachim Meyerhoff - Die Zweisamkeit der EinzelgängerEin absolutes Muss, mindestens in meiner Top 5 der Herbstneuerscheinungen ist natürlich das neue Buch von Joachim Meyerhoff. Seine bisherigen Bücher liebe ich sehr, „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ ist das neue buch betitelt.

Es fällt mir wirklich schwer, hier Maß zu halten, zumindest zwei Bücher möchte ich noch erwähnen. Volker Weidermann, wir kennen ihn von „Ostende. 1936 Sommer der Freundschaft“ schreibt über die „Träumer. Als die Dichter die Macht übernahmen“ über die Münchner Räterepublik 1919. Für mich, die ich Ernst Toller sehr schätze, eigentlich auch ein Muss.

Schließlich noch, Erinnerungen von Alexander Gorkow an Familienurlaube in den Siebzigern auf Mallorca, Hotel Laguna. Da wir in dieser Zeit auch ziemlich intensiv nach Spanien gereist sind, auch aus persönlichen Gründen ein interessantes Buch.

Klett-Cotta

Pierre Lemaitre - Drei Tage und ein LebenSehr gespannt bin ich auch auf Pierre Lemaitres neues Buch Drei Tage und ein Leben. Ich finde es immer spannend, wenn Autoren nach ihren großen Erfolgen (hier: Wir sehen uns dort oben) ein gänzlich anderes Thema wählen. „Innerhalb weniger Minuten hat sein Leben die Richtung geändert. Er ist ein Mörder. Doch die beiden Bilder passen nicht zusammen, man kann nicht zwölf Jahre alt und ein Mörder sein.“ (Verlagswerbung)

 

 

Knaus Verlag

Von John Burnside kenne ich bisher nur autobiografische Texte. Hier erscheint ein neuer Roman Ashland & Vine: „In seinem neuen Roman erzählt John Burnside die Geschichte einer Familie aus den amerikanischen Südstaaten: berührend und poetisch eindringlich. John Burnsides großer Roman über Amerikas verdrängte Traumata“ (Verlagswerbung). Klingt gut!

 

 

Liebeskind Verlagsbuchhandlung

Alain Mackbanckou - Die Lichter von Pointe-NoireFrankreich als diesjähriges Gastland auf der Frankfurter Buchmesse – vielleicht einmal Anlass etwas von dem kongolesischen Autor Alain Mabanckou zu lesen. Der autobiografische Text „Die Lichter von Pointe-Noire“ über einen Besuch im Kongo und seine Mutter klingt jedenfalls sehr interessant.

 

Luchterhand Literaturverlag

Leïla Slimani – Dann schlaf auch du verspricht Thrillerqualitäten »Ein psychologischer Thriller, der einen frösteln lässt, über das Muttersein und die Entfremdung in Zeiten der Emanzipation. Großartig geschrieben.« LIRE

Prix Goncourt 2016

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Sag nicht wir haetten gar nichts von Madeleine Thien

Das neue Buch von Madeleine Thien – Sag nicht, wir hätten gar nichts ist für mich absolutes Muss, seit der Ankündigung im Herbst 2016 freue ich mich darauf, über eine Familie in China von 1940 bis heute zu lesen

Stand auf der Shortlist zum Man Booker Preis 2016

 

 

Weil mir „Unterleuten“ so gut gefallen hat, schaue ich mir Juli Zehs neuen Roman Leere Herzen auch mal näher an

 

 

Nagel & Kimche

Charles Lewinsky - Der Wille des Volkes

 

 

Charles Lewinsky legt einen Kriminalroman vor: Der Wille des Volkes

 

 

 

Piper Verlag

Auch passend zum Messeschwerpunkt Frankreich erscheint Gaël Fayes – Kleines Land: „Eine verzauberte Kindheit im Herzen von Afrika endet im erzwungenen Exil“ und „ein Stück französische Weltliteratur“ verspricht die Verlagswerbung – ich bin gespannt.

 

 

 

Rowohlt

Daniel Kehlmann TyllDas Herbstprogramm von Rowohlt/Rowohlt Berlin ist sicher eines der interessantesten dieses Jahr. Mir fiel es schwer, mich nur auf wenige Titel zu beschränken. Anschauen muss man sich sicher Daniel Kehlmann neuen Roman Tyll über Till Eulenspiegel und den Dreissigjährigen Krieg.

 

 

 

Adam Haslett Stellt euch vor, ich bin fortUnd natürlich Adam Haslett Stellt euch vor, ich bin fort, in der englischsprachigen Welt sehr gelobt, für „Pulitzer Preis, den National Book Award und den National Book Critics Circle Award nominiert. Ein moderner Familienroman in der Tradition einer welthaltigen und weltläufigen US-Literatur.“ (Verlagswerbung) Genau meine Baustelle.

 

 

Sabrina Janesch Die goldene StadtSabrina Janeschs neuer Roman Die goldene Stadt finde ich in zweierlei Hinsicht interessant, einmal, da ich die als Autorin sehr schätze und zum zweiten ist das Thema diesmal nach dem magischen „Katzenberge“ und der jugendlichen Roadnovel „Tango für einen Hund“ ein gänzlich anderes: Peru 1887. Spannend!

 

 

 

Aharon Appelfeld Meine ElternAharon Appelfeld legt mit Meine Eltern einen neuen autobiografischen Text vor.

 

 

Szczepan Twardoch Der BoxerSzczepan Twardoch erzählt in Der Boxer von der Unterwelt im Vorkriegs-Warschau

 

 

Schöffling

Bei Schöffling erscheint ein neuer Roman von Mirko Bonné, dessen Vorgängerromane ich sehr gern gelesen habe. Lichter als der Tag ist „ein großer Liebesroman überträgt das Wahlverwandtschaften­-Thema in die heutige Zeit. Er fragt nach Gründen von Entzweiung und Entfremdung und zeichnet dabei das ergreifende Porträt eines Mannes, der die Kraft findet, aus dem Schatten über seinem Dasein hinauszutreten.“(Verlagswerbung)

Michael Roes beschäftigt sich in Zeithain mit Hans Hermann von Katte, einem Freund des jungen Kronprinzen, der einmal Friedrich der Große werden sollte. Von seinem Vater gedemütigt will dieser ins Ausland fliehen und erbittet von Kattes Hilfe. Als der Plan auffliegt, wird dieser hingerichtet.

S.Fischerverlage

Arundhati Roy - Das Ministerium des äußersten GlücksNoch ein Hightlight: Arundhati Roy – Das Ministerium des äußersten Glücks.

 

 

Suhrkamp

Bei Suhrkamp sollen im August und Januar endlich Band 3 und vier von Elena Ferrantes Neapolitanischer Trilogie erscheinen. Ich freue mich drauf.

Friedrich Ani - Die Ermordung des GlückSuhrkamp profiliert sich seit einigen Jahren auch bei den anspruchsvolleren Kriminalromanen. Die Bücher von Friedrich Ani sind dabei für mich besonders interessant. Diesen Herbst erscheint ein neuer Fall für Jakob Franck – Die Ermordung des Glücks.

 

 

 

Zsolnay Deuticke

Paulus Hochgatterer - Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war

 

Paulus Hochgatterer veröffentlicht mit „Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war „eine berührenden Geschichte über Angst, Sehnsucht und Alltag im Krieg“ (Verlagswerbung)

 

Lektüre April 2017

Der Lesemonat April war wieder gänzlich gelungen. Ich freue mich immer, bei der Auswahl meiner Lektüre ein gutes Händchen zu haben und selten gänzlich daneben zu greifen.

Einzig Florian Huber – Hinter den Türen warten die Gespenster. Das deutsche Familiendrama der Nachkriegszeit konnte mich nicht überzeugen. Zwar ist das Thema sehr wichtig und interessant, aber Huber kann seine Herkunft vom Fernsehjournalismus bestimmter Art nicht verleugnen und Formate à la Guido Knopp sind leider nicht so meins. Geschichte anhand von Einzelschicksalen zu verdeutlichen ist sicher eine Methode, mir fehlten aber die neuen Aspekte, der zwingende Aufbau, die mitreißende Darstellung. Einige wenige bereichernde Gedanken, ansonsten hätte ich mir das Buch eher schenken können.

Ganz andersNatascha Wodin - Sie kam aus Mariupol Natascha Wodin – Sie kam aus Mariupol, das mich ganz mitgenommen hat mit seiner Suche nach der Vergangenheit einer Mutter, die sich früh das Leben nahm und von deren Herkunft, Verwandschaft und Lebensweg die Autorin nur sehr vage Informationen hatte. Eine Reise durch das grausame 20. Jahrhundert, durch russische Revolution, Stalinismus, Zwangsarbeitertum im Dritten Reich und Flüchtlingsdasein im Nachkriegsdeutschland.

Margaret Atwood - HexensaatGanz anders Margaret Atwood – Hexensaat: Eine herrlich verspielte, geistreiche, wilde Adaption von Shakespeares „Tempest“ im Rahmen des Hogarth Shakespeare Projects.

 

Helen Garner - Drei SöhneHelen Garner – Drei Söhne erzählt eine True Crime Story über einen Vater, der – möglicherweise, wahrscheinlich? – seine drei kleinen Söhne tötete, indem er sein Auto in einen Baggersee lenkte. Ein reiner Indizienprozess, von der Autorin aufmerksam und einfühlsam beobachtet.

 

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Sehr einfühlsam lässt Barney Norris – Hier treffen sich fünf Flüsse fünf Menschen, die durch einen Unglücksfall momentweise verbunden sind, aus ihrem Leben erzählen, von ihren gescheiterten Beziehungen, Einsamkeiten, Suchen, Ängsten und Zweifeln. Ein sehr schönes Debüt!

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Und schließlich die erstaunliche Rachel Cusk – Outline, die ein Buch schrieb, das fast nur aus Erzähltem besteht, direkte, indirekte, erlebte Rede, Monologe, Dialoge, Selbstreflexionen. Die zuhörende Erzählerin bleibt im Hintergrund und erhält doch Konturen. Überraschend! Den Nachfolgeband „Transit“habe ich bereits begonnen.

Und bisher gefällt er mir sogar noch besser!

 

 

 

 

 

Lektüre März 2017

Welch ein toller Literaturmonat war der März für mich!

Wirklich viel gelesen habe ich eigentlich nicht, da relativ viel Arbeit und eine Fülle von Terminen anstanden. Aber die lit.cologne mit Lesungen von Lluis Llach und Paul Auster war ein literarischer Höhepunkt und nur eine Woche später begann die Leipziger Buchmesse, die ich drei Tage besuchen konnte. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen ein wenig Ruhe einkehrt und ich alle Eindrücke und Anregungen ordnen und wieder ganz viel schmökern kann.

 

Hisham Matars Bericht „Die Rückkehr“ über die Suche nach seinem 1990 vom libyschen Geheimdienst aus dem ägyptischen Exil entführten Vater hat mich sehr berührt.

 

 

 

Auch Anna Kims Spionage-, Liebes- und Geschichtsroman „Die große Heimkehr“ war sehr erhellend und erschütternd. Eher zufällig zwei Romane, die Exil und Heimkehr als Thema hatten.

Zwei schmale Romane, Kim Thúys „Die vielen Namen der Liebe“ und Kent Harufs „Unsere Seelen bei Nacht“ standen noch auf der Leseliste, wobei mich letzteres nicht so ganz überzeugen konnte. Das gleiche gilt für einen interessanten Roman von Patrick Flanery „Ich bin Niemand“, der das Thema Überwachung, Terrorangst und die daraus resultierende Paranoia zum Thema hat. Ich habe es gern gelesen, ganz begeistern konnte es mich letztlich dann doch nicht.

Als Hörbuch habe ich eine Wiederentdeckung, einen „verschollenen“ Nachkriegsroman von Verna B. Carleton, „Zurück in Berlin“, gehört. Zunächst war ich etwas skeptisch, vor allem was die Charakterzeichnungen betraf, die doch tief in die amerikanische Klischeekiste zu greifen schienen. Im Fazit aber doch ein interessanter, lesens-(oder hörenswerter) Roman.

So, die ersten Lesestunden im Sonnenschein habe ich hinter mir, es darf so weiter gehen! Ich freue mich auf den April!

Lektüre Februar 2017

Der Februar wurde für mich sehr von der Lektüre Paul Austers dominiert.

Nicht nur sein neues Werk 4 3 2 1 mit 1259 Seiten hat mich viele Lesestunden über begleitet, sondern auch seine beiden autobiografischen Werke „Winterjournal“ und „Bericht aus dem Inneren“ habe ich aus diesem Anlass noch einmal hervorgeholt und zumindest das erstere mit großem Gewinn erneut gelesen. Der „Bericht“ konnte mich nicht ganz so fesseln. Dennoch ein lohnendes Unterfangen, denn die enge Orientierung an Autobiografischem auch in 4 3 2 1 kam dadurch besonders intensiv und im direkten Vergleich spannend hervor. Am 17.März werde ich eine Lesung Austers besuchen. Ich bin sehr gespannt.

Paul Auster - 4 3 2 1 und WinterjournalPaul Auster – Winterjournal

Paul Auster – Bericht aus dem Inneren

Paul Auster – 4 3 2 1

Aber auch von Paul Auster abgesehen, habe ich einige sehr interessante Bücher gelesen. Davon zwei von aus Afrika stammenden Autoren.

 

Odafe Atogun – Tadunos Lied

das Buch eines nigerianischen Schriftstellers, in märchenhaftem Duktus von einem Musiker erzählend, der mit seinen regimekritischen Songs Unmut auf sich zieht und schließlich entscheiden muss zwischen persönlicher Loyalität und der Verantwortung vor seinem Volk und der eigenen Wahrhaftigkeit, hat mich leider von der Umsetzung her nicht überzeugen können.

Anders dagegen

Imbolo Mbue – Das geträumte Land

Die aus Kamerun stammende US Amerikanerin schildert das Schicksal einer Einwandererfamilie, die 2008/2009 in den Mahlstrom der Bankenkrise gerät, auf einfache und unterhaltende Weise und schafft ein sehr aktuelles, berührendes Buch.

Imbolo Mbue - Das geträumte Land, Jean-Luc Seigle - Ich schreibe Ihnen im Dunkeln

Jean-Luc Seigle – Ich schreibe Ihnen im Dunkeln

erzählt in dem schmalen Roman nach dem historischen Fall der Pauline Dubuisson von einer jungen Frau, die ihren Ex-Verlobten erschoss. Das zweite Buch des französischen Autors, das mich sehr überzeugt hat.

Bill Clegg - Fast eine Familie

 

Schließlich noch die schöne, traurige amerikanische Familiengeschichte

 

Bill Clegg – Fast eine Familie

 

 

Der Februar war also insgesamt ein sehr zufriedenstellender Monat. Dennoch habe ich im Moment keine große Lust mehr auf allzu dicke Bücher. 4 3 2 1 war nur das Ende einer Reihe „Wälzer“, die ich dieses Jahr gelesen habe. Mich verlangt jetzt nach den schmaleren, weniger opulenten Büchern. Da werde ich sicher auch etwas für den März finden. Kim Thuys neuer Roman ist so ein Beispiel. Dahinter lauert allerdings ein „mitteldickes“ Werk, auf das ich mich aber aufgrund der Thematik und etlicher positiver Besprechungen auch schon sehr freue: Anna Kims „Die lange Heimkehr“. Also schnell noch die letzten Auster Seiten lesen und dann hinein ins (hoffentlich) frühlingshafte Lesevergnügen!

Lektüre Februar 2017

 

 

Lektüre Januar 2017

Januar war für mich gefühlt der Monat der dicken Bücher. Auch wenn das eine oder andere schmalere dabei war, haben mich die seitenstarken doch am meisten beschäftigt. Das waren zu Beginn des Jahres

Elena Ferrante - Die Geschichte eines neuen NamensElena Ferrante – Die Geschichte eines neuen Namens

mit 624 Seiten kein Leichtgewicht, war dieser zweite Teil der Neapolitanischen Tetralogie um Elena und Lila aber schnell gelesen. Überzeugender als der erste Teil fasziniert das Buch mit einer spannender Schilderung der Jugendjahre der beiden Freundinnen.

 

 

Jonathan Safran Foer - Hier bin ich

Jonathan Safran Foer – Hier bin ich

auch über 600 Seiten erzählen von der amerikanisch-jüdischen Familie Bloch in familiären und zeitgeschichtlichen Turbulenzen. Gelegentliche Längen verzeihe ich dem Text gerne, da mich das Gesamtpaket sehr überzeugt hat. Auf einer Lesung in Köln hatte ich zudem die Gelegenheit, den Autor live zu erleben und mir das Buch signieren zu lassen.

Jonathan Safran Foer  Hier bin ich

 

Hanya Yanagihara - Ein wenig Leben

Hanya Yanagihara – Ein wenig Leben

mit fast tausend Seiten das umfangreichste Buch dieses Monats, aber auch durch den fordernden und emotional strapazierenden Inhalt anstrengend, die Autorin kostet bewusst die Grenzen dessen, was man dem Leser zumuten kann, aus. Für mich trotz dieses etwas manipulativen  Ansatzes eine sehr beeindruckende, begeisternde Lektüre.

 

Zwei schmalere, aber nicht weniger beeindruckende Texte folgten, und zwar

Richard Yates - Eine letzte Liebschaft_

 

Richard Yates – Eine letzte Liebschaft

Die letzten unveröffentlichten Short-Stories des großen amerikanischen Erzählers

 

 

 

Marceline Loridan-Ivens - Und du bist nicht zurückgekommen

 

Marceline Loridan-Ivens – Und du bist nicht zurückgekommen

Ein berührender Rückblick auf den in Auschwitz ermordeten Vater der mittlerweile 88 jährigen französische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin.

 

 

Zu Erwähnen wäre dann noch Howard Jacobsons Shylock, den ich im Januar beendet habe und zwei Hörbücher, Navid Kermani – Sozusagen Paris und John Williams – Augustus, von denen mich das erste nicht ganz überzeugen konnte, das zweite aber so vollkommen, dass ich mir noch die schöne gebundene Ausgabe der Büchergilde Gutenberg gekauft habe. Aber auch die Lesung mit einer ganzen Riege an tollen Sprechern konnte absolut begeistern.

John Williams - AugustusInsgesamt also ein toller Monat! Und bei all der tollen Lektüre, die hier schon bereit steht, wird der Februar nicht minder spannend.